Fitness für die Battlestation: So bleibt alles rund um den Gaming Desk ansehnlich und leistungsfähig

Was den Spielplatz vieler PC-Gamer anbelangt, ist die Marschrichtung oft glasklar: Nicht nur, dass sie dort mindestens ebenso viele Stunden verbringen wie ein durchschnittlicher Büroarbeiter (und oft auch deutlich mehr), sondern es werden auch neben dem eigentlichen Rechner so manche Euros ausgegeben, um daraus ein bequemes und vor allem spektakuläres Show-Objekt zu machen. Eben die Battlestation. Doch ganz ähnlich wie bei einem Auto, das täglich viel gefahren wird, verhält es sich auch hier: Es ist ein bisschen Aufwand nötig, damit das Gesamtpaket dauerhaft wie im Neuzustand aussieht und funktioniert. Wir hätten da ein paar Tipps jenseits der üblichen Hardware-Aufrüstung und Putzarbeiten mit Lappen und Reinigungsmitteln zusammengestellt.

  1. Ein Tipp für Raucher

Nicht jeder Gamer raucht, so viel steht schon statistisch fest. Aber, ebenfalls statistisch, gibt es eben dennoch genug Gamer, die unterdessen dem „blauen Dunst“ frönen. Und es ist wirklich verdammt leicht, sich in einem Spiel so zu verlieren, dass währenddessen eine Zigarette nach der anderen durchgeht, weitgehend unbemerkt – auch wenn das sicherlich nur bei sehr wenigen so endet, wie in jenem legendären Meme-Foto aus der Frühzeit des Netzes und der Chan-Kultur.

Klar wäre es sowohl für die Battlestation bzw. ihre Umgebung (vom Benutzer ganz zu schweigen) das Beste, gar nicht zu qualmen oder wenigstens auf eine E-Zigarette umzusatteln. Das würde schon effektiv verhindern, dass sich mit der Zeit eine klebrige, braune Nikotin- und vor allem Teerschicht auf alles legt. Wer dennoch beim Gamen nicht abstinent in Sachen Rauch sein kann, sollte folgende Tipps beherzigen:

  • Entweder angewöhnen, die Zigarette mit der rechten (Maus-)Hand zu halten oder auf eine Tastatur setzen, bei der sich die Tasten zur regelmäßigen Reinigung leicht abnehmen lassen – denn mit den Fingern der Linken auf WASD und einer „Fluppe“ dazwischen fällt unweigerlich immer wieder Asche herab und zwischen die Tasten, selbst wenn es nur einzelne Flocken sind.
  • Unbedingt einen Aschenbecher mit (federbelastetem) Deckel wählen. Selbst wenn der nicht nach jeder Session geleert wird, verhindert er, dass die Stummel den Raum vollstinken.
  • Lüften, am besten dauerhaft, zumindest aber nach einem Spiel in Form von weit offenem Stoßlüften für zehn Minuten.

Und was den Rauch selbst anbelangt, sollten Gamer versuchen, ihn durch die Nase oder über den Mund gezielt nach unten bzw. oben auszublasen. Wer ihn stattdessen einfach nur normal ausatmet, drückt ihn gegen den Bildschirm, wo sich daurch ziemlich fix Nikotin und Teer ablagern – schlecht für die Bildqualität und auch schlecht für die Raumluft, denn diese konzentrierte Masse stinkt.

  1. Die Sache mit dem Verbrauch

Gaming verbraucht Strom, so viel steht fest. Und angesichts der hier geforderten Leistungen dürfte es sogar zu den verbrauchsstärksten PC-Anwendungen überhaupt gehören. Für nicht wenige Gamer ist dabei die Marschrichtung klar: Wenn es darum geht, sich zwischen Leistung und Verbrauch zu entscheiden, gewinnt meistens ersteres: Wohl niemand kauft sich eine GeForce RTX 3060, nur um ein Spiel dennoch nur im Medium-Setup zu betreiben, damit die Battlestation im Jahr einige Wattstunden weniger benötigt – von der derzeitigen Suche, die man betreiben muss, um irgendwo eine lagernde Grafikkarte zu finden, einmal ganz abgesehen.

Dennoch ist das eben auch eine Geldfrage – bei Kilowattstundenpreisen im Bereich von 30 Cent – und natürlich auch eine der Umwelt. Doch es gibt Dinge, die jeder tun kann, ohne die Leistung merklich zu reduzieren.

  • In regelmäßigen Abständen sollte der Verbrauch des PCs gemessen werden, das ist eine recht leichte Angelegenheit. Die Regelmäßigkeit ist deshalb so wichtig, um Änderungen zu erkennen, denn es gilt unter anderem:
  • Lüfter und Kühlkörper setzen sich mit der Zeit unweigerlich zu. Je mehr Staub (und Nikotin und Teer), desto mehr muss der Lüfter für die gleiche Kühlleistung aufwenden. Ergo: Mindestens einmal monatlich sorgsam reinigen. Auch das ist kein Hexenwerk. Sollte das Gehäuse einen Staubfilter haben, sollte auch der gereinigt oder gegebenenfalls getauscht werden.
  • In Verbindung mit der Messung sollte auch ein möglichst leistungsstarkes Netzteil genutzt werden. Je mehr die Dauerleistung des Rechners an der Maximalleistung des Netzteils liegt, desto mehr Wärme entsteht und muss abgeführt werden. Hat das Netzteil jedoch Reserven, kann es auch in der Hitze des virtuellen Gefechts in einem optimaleren Leistungsbereich laufen.

Last but not least: Alle Geräte sollten an schaltbaren Steckdosenleisten hängen; ggf. auch Master-Slave-Leisten. So ist gewährleistet, dass kein Standby-Strom vergeudet wird.

Übrigens: Die diversen LED-Beleuchtungen des Gehäuses bzw. der ganzen Battlestation sollten, wo möglich, unabhängig von den Geräten schaltbar sein. Manchmal kann diese Zierde ja auch ziemlich stören.

  1. Mit Deckel und Trinkhalm ins Gefecht

Wer mitten im Spiel nichts trinkt, begeht einen schweren strategischen Fehler. Denn erstens ist die Leistungsfähigkeit des menschlichen Gehirns direkt mit dem Flüssigkeitshaushalt verbunden. Und zweitens ist Trinken die perfekte Gelegenheit, dem Körper zusätzliche Nährstoffe und Energiereserven zuzuführen, die beispielsweise die Signalübertragung in den Nerven verbessern. Anders formuliert: Wer beim Gamen nicht genügend trinkt, trägt selbst dazu bei, dass es nicht so läuft, wie es eigentlich laufen könnte – und dank seiner Erfahrung auch sollte.

Allerdings sollten wir uns nichts vormachen. Eine zugeschraubte Flasche ist kein Trinkbehältnis fürs Gaming. Die Zeit, sie auf- und zuzuschrauben, hat man einfach nicht, wenn es heiß hergeht. Und offene Gläser und Becher sind ebenfalls keine Option. Es braucht nur eine unachtsame Bewegung und deren Inhalt ergießt sich über die Arbeitsplatte, die Tastatur…

Was also tun? Nun:

  • Eine sehr gute und gleichzeitig die zugänglichste Option sind große Isolier-Trinkbecher mit integriertem Trinkhalm im Deckel. Die halten den Inhalt nicht nur lange kühl (oder warm), sondern bremsen auch den Verlust von Kohlensäure. Und kippt der Behälter, hält sich der Schaden durch den geringen Trinkhalmdurchmesser meist in engen Grenzen.
  • Vielleicht etwas übertrieben, aber nochmals deutlich besser wären Trinkblasen (Camel Bags). Die können problemlos an der Rückseite der Rückenlehne befestigt und über einen Trinkschlauch geleert werden. Enormer Vorteil: Es ist praktisch unmöglich, dabei etwas zu verschütten und die Hände bleiben frei. Außerdem fassen selbst kleine Stücke mindestens zwei Liter und somit fast den Tagesbedarf (2-3 L). Allerdings sollten die Blasen besser nur mit Mineralwasser gefüllt werden, denn die Reinigung ist nicht ganz einfach.

Zumindest vorübergehend sind auch typische Kaffee-Isolierbecher eine Option. Sie sind allerdings nicht ganz optimal, denn die Trinköffnung ist deutlich größer als die eines Trinkröhrchens. Sie ständig zu öffnen und schließen kostet Zeit, bleibt sie jedoch offen, ist das Risiko beim Umkippen wieder recht groß.

  1. Teure Stühle, gefährliche Beinkleider

Kaum eine Battlestation kommt ohne einen passenden Gaming-Bürostuhl aus. Das wäre schon aus ergonomischer Sicht ziemlich problematisch, denn so lange, wie viele Gamer vor dem Rechner sitzen, würden sonst dieselben Probleme für Rücken, Schultern und Nacken drohen, wie bei jedem anderen Vollzeit-Büroarbeiter – vielleicht sogar noch stärker, weil es beim Spielen kaum einen Grund gibt, sich zwischendurch zu erheben oder großartig zu bewegen.

Allerdings ist so ein Gaming-Stuhl keine günstige Angelegenheit. Schon halbwegs taugliche (und ansehnliche) Stücke kosten gut hundert Euro, nach oben ist die Preisspirale weit offen. Hier kommt nun eine große Gefahr in Form von Jeans, deren Nieten sowie anderen, ähnlich robusten Hosenstoffen. Denn die Gaming-Stühle sind in vielen Fällen mit lackiertem Leder oder Kunstleder bezogen, alternativ auch diversen Polyesterstoffen.

Diese sehen klasse aus, fühlen sich auch gut an. Aber sie sind mit der Zeit auch stark gefährdet durch die abrasiven Eigenschaften besagter Hosenstoffe. Vielleicht nicht nach einem, auch nicht nach mehreren Monaten, aber irgendwann werden sich die ersten Spuren zeigen: Abstehende Fäden, Lederkratzer und Ähnliches. Irgendwann wird (besonders bei (Kunst-)Leder), auch die obere Farbschicht sich ablösen. Spätestens dann wird der teure Stuhl wirklich unansehnlich.

Nicht zuletzt auch mit Körperschweiß im Sinn ist es deshalb besser, zumindest vor planbar längeren Sessions die Sitzfläche abzudecken. Am einfachsten geht das mit einem Badetuch. Wer allerdings häufiger lange spielt, sollte vielleicht überlegen, ob er sich nicht einen Schonbezug zulegt. Die gibt es für normale Bürostühle. Wer jedoch einen Gaming-Stuhl besitzt, der eher an einen Rennsitz aus einem Auto oder einen Fernsehsessel erinnert, sollte sich besser in dem Bereich umsehen. Irgendetwas Passendes und Ansehnliches lässt sich in jedem Fall finden – und bei Nichtgebrauch ganz einfach abziehen, sodass die Battlestation auf Besucher dennoch super-professionell wirkt.

 

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