Live-Streams liegen aktuell im Gaming-Bereich im Trend. Vor allem auf Twitch tummeln sich derzeit eine Vielzahl von Streamern. Die Plattform ist der Anlaufpunkt schlechthin für Präsentationen und Rezeptionen von Gameplay.

Aber auch über Dailymotion Games, Hitbox, Instagib, Azubu und natürlich YouTube zeigen Gamer einer stetig wachsenden Community ihre Performance. Auch Social Media Favorit Facebook hat den anhaltenden Trend erkannt und präsentiert mit dem Game-Streaming-Hub eine Plattform, die Gamer und Community zusammenbringen soll. Aber wie gut ist die noch recht junge Konkurrenz für Twitch und Co. und welche Argumente bringen Live-Streamer dazu, ihr Gameplay über Facebook zu präsentieren?

 

Warum Live-Streams die Gamingwelt erobern

Das Phänomen der Live-Streams hat die Gamingwelt nachhaltig verändert. Das gesamte Online-Gaming hat durch vermehrte Realität an Faszination gewonnen und damit die Branche noch interessanter gemacht. Je realistischer ein Computer- oder Konsolenspiel ist, desto größer ist auch die Fangemeinde, die es langfristig um sich scharen kann. Immersion lautet das Zauberwort, das Entwickler zu der Erschaffung immer lebensechterer Simulationen und virtueller Realitäten beflügelt. Gamer möchten heute nicht mehr nur aus der zweiten Reihe miterleben, was auf dem Bildschirm geschieht, sondern selbst möglichst tief in die Spielwelt und ihre Geschichte eintauchen.

Tatsächlich haben sich Live-Elemente zur Königsdisziplin im Gaming entwickelt. Dazu gehört natürlich nicht zuletzt die Entwicklung moderner VR-Technologien. Über eine spezielle Brille, die vor äußeren Reizen abschirmt, können Gamer via VR in ein 360-Grad-Erlebnis eintauchen und selbst Teil des Spiels werden.

Aber nicht nur das revolutionäre Spielerlebnis mithilfe einer VR-Brille hat Computerspielen im wahrsten Sinne des Wortes neues Leben eingehaucht. Auch andere Live-Elemente sind äußerst beliebt und finden im Gaming immer stärker Verbreitung. Ein typisches Beispiel ist die noch recht junge Entwicklung der Live Casinos. Nachdem moderne Online Casinos die Brücke geschlagen haben von den niedergelassenen Spielbanken in die virtuelle Welt, schließt sich mit diesem neuen Trend der Kreis. In Deutschen und Schweizer Live Casinos können Spieler sich über ihren Computer oder ein mobiles Endgerät direkt an den Spieltisch eines Casinos schalten lassen, wo echte Croupiers und Dealer mit ihnen in Interaktion treten. Dabei kann der Spieler aus mehreren Kameraperspektiven wählen und das Spielerlebnis an seine individuellen Wünsche anpassen. Dieses Live-Element macht das Erlebnis am virtuellen Spieltisch noch interessanter und zeigt, welchen Stellenwert Realität inzwischen in der Gamingwelt einnimmt.

Auch Live-Streams gewinnen in diesem Zusammenhang immer mehr an Bedeutung. Sie schaffen eine direkte Verbindung zwischen Gamern und ihrer Community, die weit über den Multiplayer-Modus im Spiel und die Optionen der beliebten MMORPG hinausgeht. Live-Streams sind zu echten Events avanciert, die neben dem Spaßfaktor auch einen kommerziellen Effekt haben können oder als wirkungsvolles Marketinginstrument eingesetzt werden. Per Live-Stream werden neue Spiele und Features angeteasert. Auch der E-Sports-Bereich setzt stark auf den Live-Stream als Präsentationsmedium. Mit dem Facebook Game-Streaming-Hub steht Streamern jetzt eine weitere Plattform zur Verfügung, die schon bald einen wichtigen Stellenwert einnehmen könnte.

 

Auf den Spuren von YouTube und Amazon Twitch

Der Game-Streaming-Hub von Facebook ist nicht ganz neu. Schon 2018 launchte die Social Meda Plattform das neue Feature, das in direkte Konkurrenz zu den etablierten Anbietern Twitch und YouTube treten sollte. Mit dem Game-Streaming-Hub wollte Facebook seinen Usern und besonders Gamern eine eigene Plattform für Live-Streams anbieten und damit voll ins Videospiel-Streaming einsteigen.

Den Anfang machte ein von der Facebook-Seite unabhängiger Hub unter FB.gg. Hier konnten Streamer und Gamer gezielt nach Streams suchen, sich live zum Gameplay anderer User hinzuschalten und auch eigene Streams präsentieren. Der Hub wurde gut angenommen, erreichte allerdings eine eher kleine Zielgruppe aus dezidierten Gamern, die hier ihr eigenes Gameplay streamen oder an den Live-Streams anderer User teilnehmen wollten. 2019 entschloss sich Facebook dazu, die Reichweite des Hubs zu vergrößern und schuf eine direkte Verbindung zwischen dem Game-Streaming-Hub und der Facebook-App für mobile Endgeräte. So entstand schließlich die Facebook Gaming App, die den Zugang zum Gaming- und Streamingangebot der Social Media Plattform vereinfacht. Der Hub trägt noch immer die URL FB.gg, ist jetzt aber direkt über die Hauptseite der Facebook App erreichbar.

Im Juni 2020 gab Microsoft bekannt, seinen eigenen Dienst „Mixer“ zu schließen und sich mit Facebook Gaming zusammenschließen zu wollen, um sich gemeinsam größeren Projekten widmen zu können. Damit dürfte Facebook Gaming endgültig zu einem ernst zu nehmenden Konkurrenten für Twitch, YouTube und andere Akteure auf dem Game-Streaming-Markt avanciert sein.

 

 

Diese Features unterstützt der Facebook Game-Streaming-Hub

Der Game-Streaming-Hub von Facebook unterstützt eine ganze Reihe von Features, die Streamer dabei unterstützen sollen, ihre Gameplay einer breiten Community zur Verfügung zu stellen.

Direkt auf der Homepage des Hubs werden aktuell beliebte Live-Streams vorgestellt. Diese sind in verschiedene Kategorien unterteilt:

 

  • Kuratierte Live-Streams
  • Streams nach Spielen sortiert
  • Empfohlene Streams
  • Empfohlene Streamer
  • Streams von Spielern, denen der User bereits folgt oder gefolgt ist
  • Streams, die von Freunden angesehen wurden oder von Streamern, denen Freunde folgen

 

Eine Suchfunktion ermöglicht es, gezielt nach Spielen und Streamern zu suchen und so schnell den passenden Stream aus dem umfangreichen Angebot zu finden. Jedes Suchergebnis bietet die Möglichkeit, dem jeweiligen Spiel oder Streamer individuell zu folgen. Dazu muss der User von der Homepage des Hubs in die jeweilige Unterkategorie wechseln.

Auch das Spielen an sich wird über den Game-Streaming-Hub unterstützt. User können nicht nur nach Streams suchen, sondern auch nach Spielen, die sie allein oder gemeinsam mit Freunden direkt über Facebook spielen können. Hier gibt es auch die Möglichkeit, für einzelne Spiele Turniere zu erstellen und so andere Spieler zu einer Partie einzuladen. Die Turniere können auch im Voraus erstellt und auf einen bestimmten Zeitpunkt datiert werden, den sich interessierte Spieler vormerken können.

Der Game-Streaming-Hub ist unter FB.gg oder www.facebook.com/gaming verlinkt.

 

So werden Gamer selbst zum Streamer

Für Gamer, die selbst ihr Gameplay streamen möchten, steht der Facebook Gaming-Creator zur Verfügung. Hier können Gamer eine eigene Rubrik anlegen und darüber ihr Gameplay live streamen. Der erste Schritt ist eine Anmeldung bei Facebook, die es möglich macht, der Facebook Gaming Creators-Community beizutreten. Auf der Startseite der Community führt eine Schritt-für-Schritt-Anleitung über die Registrierung und die Einrichtung der eigenen Creator-Seite bis hin zu den verschiedenen Tools und Features, die der Gaming-Creator bereithält. Bis zum Start des ersten eigenen Live-Streams nimmt der Gaming Creator User an die Hand und vermittelt nicht nur das notwendige Handwerkszeug, sondern auch einige praktische Tipps zum erfolgreichen Live-Stream. Die Erstellung der eigenen Streaming-Seite erfolgt über die Softwarevarianten Streamlabs OBS, OBS Studio Classic oder Split.

Auch an die Möglichkeiten der kommerziellen Nutzung hat Facebook gedacht, denn Game-Streaming wird zunehmend auch zu einer interessanten Einnahmequelle für professionelle Gamer. Wer sich im Gaming Creator bereits reichlich ausgetobt hat und nun einen professionelleren Weg einschlagen möchte, sollte sich das Level Up-Programm von Facebook Gaming genauer anschauen. Das Programm möchte erfolgreiche Live-Streamer dabei unterstützten, ihre Community auszubauen, ihre Reichweite und Beliebtheit zu steigern und so potenziell in die kommerzielle Nutzung des Game-Streamings einzusteigen. Die Monetarisierung von Live-Streams erfolgt über Facebook-Stars, die die Zuschauer den Streamern schicken können. Facebook vergütet jeden Stern mit 0,01 USD. Eine Auszahlung ist allerdings erst ab mindestens 10.000 Facebook-Stars oder einem Gesamtwert von mindestens 100 USD möglich.

Um für das Level Up-Programm in Frage zu kommen, müssen Streamer einige Kriterien erfüllen:

 

  1. Streamer müssen bereits eine eigene Seite im Gaming-Video-Creator erstellt und bearbeitet haben. Die Seite sollte seit mindestens 14 Tagen bestehen und mindestens 100 Follower haben.

 

  1. Die Streaming-Aktivität muss konstant hoch sein. Für das Level Up-Programm müssen Streamer in den letzten 14 Tagen vor der Bewerbung für das Programm mindestens vier Stunden reinen Gaming-Content gestreamt und das jeweils genutzte Spiel markiert haben. Es fließen nur Markierungen in die Bewertung mit ein, die Spieler tatsächlich aktiv genutzt haben. Wird ein Spiel markiert, für das kein Gaming-Content gestreamt wurde, beeinflusst dies das Ranking negativ.

 

  1. Auch die Streaming-Regelmäßigkeit ist ausschlaggebend für das Level Up-Programm. Wer daran teilnehmen möchte, muss in den letzten 14 Tagen vor der Bewerbung mindestens an zwei Tagen seinen eigenen Gaming-Content live gestreamt haben. Werden Videos und Streams nach der Präsentation wieder gelöscht, können sie im Ranking nicht berücksichtigt werden.

 

  1. Die Teilnahme am Level Up-Programm ist Usern vorbehalten, die mindestens 18 Jahre alt sind.

 

Bislang ist das Level Up-Programm noch nicht überall verfügbar. Facebook hat aber bereits angekündigt, die Möglichkeiten mittelfristig weiter ausbauen und die gemeinschaftlichen Nutzungs- und Monetarisierungsrichtlinien an eine überregionale Nutzung anpassen zu wollen.

 

Bildquelle:

Titelbild: @ Tomasz_Mikołajczyk (CCO-Lizenz) / pixabay.com

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Björn Grimm
Interessiert sich für die Welt der Pixel seit die Dinosaurier ausgestorben sind. Dabei vertreibt eine gute Simulation am Morgen, Kummer und Sorgen. Ist der Gründer vom PIXEL. Magazin und schreibt nach 10 Kaffee schneller Unfug als die Autokorrektur berichtigen kann.

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