Funselektor, jenes Studio, welches bereits für das Spiel Absolute Drift verantwortlich ist, versucht erneut ein Rennspiel an den Gamer zu bringen. Es geht wieder ums Driften, jedoch in der Rally Thematik. Inwieweit dies funktioniert und ob es uns überzeugt, erfahrt ihr in unserem Test.

Zum Testen wurde uns freundlicherweise ein Steam Key zur Verfügung gestellt.

Aller Anfang ist……ich weiß es nicht

Art of Rally scheint auf den ersten Blick ein sehr minimalistisches Rally Spiel zu sein. Doch sollte man sich nicht vom ersten Eindruck täuschen lassen. Gerade die simple low Poly Optik macht den Charme des Spiels aus und weiß zu begeistern. Fast fühlt man sich in alte Zeiten zurückversetzt, als es noch Micro Machines Spiele gab. So simpel wie es aussieht, bildet die Fahrphysik einen krassen Gegensatz. Denn Art of Rally ist einfach zu spielen, jedoch schwer zu meistern. Die Fahrzeuge fühlen sich in ihrem Fahrverhalten sehr Realitätsnah an, auch wenn sie des Öfteren zum übertriebenen Ausbrechen der Heckachse neigen. Somit kann man das Spiel schnell erlernen, jedoch braucht es viel Zeit und Übung um gute Zeiten herauszufahren. Jedes Fahrzeug fährt sich komplett anders, genau das ist ein besonderes Merkmal. Man muss bedenken, Funselektor ist ein kleines Indie Studio, welches scheinbar viel Wert auf Details legt, in diesem Fall die Physik der Fahrzeuge. Mit über 50 Fahrzeugen aus den verschiedenen Rally Gruppen sollte sich für jeden das passende Fahrzeug finden. Angelehnt sind diese an bekannte Rally-Bolliden aus den 60er, 70er und 80er Jahren. Offizielle Lizenzen gibt es nicht, jedoch lassen sich so ziemlich alle Autos sofort erkennen.

 Fuß aufs Gas und die Zeit auf den Schotter gebrannt

Neben der Karriere gibt es einen Free-Roam Modus, in dem man nach Herzenslust einzelne Strecken erkunden kann. Nebenher gibt es noch Sammelobjekte, welche es einzusammeln gilt, damit man die nächste Strecke freischaltet. Gerade der Free-Roam Modus eignet sich gut dazu neue Fahrzeuge auf ihre Eigenschaften zu testen oder einfach ein wenig an der Fahrphysik herumzustellen, bis alles perfekt ist. Als Fahrhilfen stehen ABS, Stabilitätskontrolle und der Gegensteuerungsfaktor zur Verfügung. Hier gilt es die perfekte Mischung zu finden um auch wirklich jede Kurve perfekt nehmen zu können. Solltet ihr mit manuellen Getriebe spielen, so ist ebenfalls die Kupplung als Steuerungselement mit an Bord. Angesichts der vielen Einstellungsmöglichkeiten bietet sich für jeden Fahrer das perfekte Setup. Um der Vielfalt treu zu bleiben, kann man das Spiel mit Tastatur, Gamepad oder Lenkrad spielen. In unserem Test haben wir ausschließlich ein Gamepad verwendet, was definitiv auch unsere erste Wahl ist, jedoch macht Art of Rally mit einem Lenkrad bestimmt auch eine Menge Spaß.

Zeig mir was du kannst….

Ein weiterer Spielmodus ist noch enthalten, der Challenge Modus. Hier gibt es eine tägliche sowie wöchentliche Herausforderung. Ein festgelegtes Auto, auf einer festgelegten Strecke mit den gleichen Rahmenbedingungen, wie z.B. Wetter und Tageszeit gilt es in Bestzeit über den Kurs zu jagen. War man gut genug, sieht man sich auf der Bestenliste verewigt. Der findige Rally Fan wird bei Art of Rally jedoch eine Sache schmerzlich vermissen, den Co-Piloten. Es gibt niemanden, der einen den Streckenverlauf ansagt, somit gilt es sich auf seine Intuition zu verlassen und den Streckenverlauf halbwegs zu verinnerlichen. Ebenso fehlt ein Geist, welcher im Zeitrennen die perfekte Runde vorfährt. Beides sei erstmal auch nicht geplant, in das Spiel hinzuzufügen. Eigentlich ist dies auch überflüssig, Art of Rally ist so schon perfekt genug. Wer eine Top-Runde gefahren hat, kann sich diese im Anschluß noch in einer Wiederholung anschauen, was dazu verleitet kleinere Clips zu erstellen um vor anderen Anzugeben. Zusätzlich gibt es noch einen Fotomodus, der die waghalsigsten Manöver festhalten kann. Eigentlich ist alles vorhanden, was das Rennspielherz braucht. Lediglich ein kleiner Umstand ist nicht perfekt, das Menü. Es wirkt sehr bieder, langweilig und nichtssagend, es passt eigentlich kaum zum gesamten Spiel, ist dieses doch ein Kunstwerk und perfekt. Ein letzter kleinerer Kritikpunkt ist das Fehlen von Unfällen, fährt man mit Schwung gegen einen Baum, so wird das Bild ausgeblendet und man wird auf die Strecke zurückgesetzt. Nicht die eleganteste Lösung, aber eigentlich sollen wir ja auch auf der Strecke bleiben.

Art of Rally weiß mit einer ausgeklügelten Fahrphysik, stilvollen Fahrzeugen und Landschaften zu überzeugen. Ein passender Soundtrack, eine Menge Fahrzeuge sowie abwechslungsreiche Strecken. Eigentlich wollte ich für den Test mal eben schnell reinschauen. Mittlerweile habe ich schon einige Stunden in dem Spiel verbracht, zum Leidwesen der Kollegen in der Redaktion. Während Discord Meetings hören diese nämlich allzu oft Motorengeräusche aus dem Hintergrund, wenn ich mal wieder nebenbei noch eine Runde in Art of Rally drehe, um meine Zeit zu verbessern. Eigentlich kann ich jedem Rennspielverrückten das Spiel ohne Einschränkungen empfehlen, ihr dürft nur kein WRC oder ColinMcRae Rally erwarten. Jedoch hat Art of Rally seinen ganz eigenen Charme, welcher jeden in seinen Bann ziehen sollte. Unser Top Indie Spiel September 2020.

Erhältlich ist Art of Rally für Steam.

 

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Marcel Wunnenberg
Groß geworden mit dem Atari 2600. Ein absoluter Fan der Oculus Quest, sowie von Arcade Automaten. Wenn er nicht am zocken ist, schaut er gerne trashige Splatter Filme. Ein Spiel welches nie langweilig wird? DOOM!!!

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