Freitag, Juni 5, 2020

Curious Expedition im Test – Auf den Spuren der großen Entdecker

Bereits seit 2016 dürfen PC-Spieler die Welt des späten 19ten Jahrhunderts erkunden um Ruhm und Anerkennung zu erlangen. Seit 2020 können nun auch Konsolenspieler sich austoben, den Maschinen-Mensch der Entwickler von Curious Expedition hat sich mit Thunderful Games als Publisher für einen Konsolen Release entschieden. Ob dieser Indie Titel auch in 2020 noch begeistern kann, erfahrt ihr in unserem Test.

Zum Testen wurde uns ein PS4-Key zur Verfügung gestellt.

Weniger ist manchmal mehr

Curious Expedition ist ein Adventure mit Management Elementen, welches einiges an strategischen Geschick abfordert. Unsere Aufgabe ist es Expeditionen zu planen, in denen wir Schätze sammeln, Aufgaben erfüllen oder mit Eingeborenen Handel treiben. Hierfür erlangen wir Ruhm, dieser ist wichtig, denn nach 6 Expeditionen wird abgerechnet. Gegen andere K.I. Entdecker führen wir ein erbittertes Rennen um Ansehen. Wer am Ende am meisten hiervon erlangt hat, hat gewonnen. Klingt kompliziert, ist es aber nicht, zumindest nicht so, wie man es erwarten könnte. Es gibt keinerlei Hunger, Durst oder ähnliche andere Attribute während der Expedition. All diese Bedürfnisse unserer Expeditions-Gruppe werden in einer Wahnsinns-Leiste zusammengefasst. Erreicht diese Null, können unsere Mitstreiter zum Kannibalen werden oder Selbstmord begehen.

Wenn der Wahnsinn immer mitwandert

Jede Reise hat zum Ziel, möglichst viel zu Entdecken sowie einiges an Schätzen mitzubringen. Doch eine erfolgreiche Expedition geknüpft an das Entdecken einer goldenen Pyramide, haben wir diese gefunden, können wir unsere Erkundung abschließen. Es ist ebenfalls möglich per Heißluftballon oder dem Schiff zurückzukehren, jedoch verlieren wir hierdurch wieder einiges an Ruhm, was uns den Sieg kosten könnte. Also warum sucht man nicht jedes Mal die goldene Pyramide? Weil es Umstände gibt, die einen die Reise erschweren. Die Spieloberfläche ist in Hexagonale Felder aufgeteilt, jeder Weg auf dem fremden Kontinent verbraucht Energie, welche in Form von Wahnsinn angegeben ist. Klettern wir nun über Berge oder müssen uns durch den dichten Dschungel vorarbeiten, so kann dies mehr Wahnsinnspunkte verbrauchen. Damit die Expedition nicht im Fiasko endet, können wir die Wahnsinns-Leiste mit Schokolade, Whiskey oder Übernachtungen bei Indigenen Völkern wieder auffüllen. Eine genaue Planung ist daher eminent wichtig.

Wer früher stirbt, ist länger tot

Dass wir unsere Reise unbeschadet überstehen, ist insofern wichtig, da wir bei einem Ableben alles verlieren und sofort das Spiel als beendet gilt. Also gilt es immer seine Möglichkeiten während der Expedition abzuwägen, schaffe ich es noch zum Schiff oder finde ich vielleicht doch die goldene Pyramide ohne mein ganzes Team zu verlieren? Sollten wir erfolgreich sein und zurückkehren, so werden wir belohnt und können uns eins von drei Perks auswählen, was uns hilft. Im Anschluss entscheiden wir uns noch, ob wir die gefundenen Schätze dem Museum für Ruhm spenden oder sie lieber Verkaufen, damit wir neue Ausrüstung für das nächste Abenteuer kaufen können. Jede Entscheidung will gut überlegt sein. In Tempeln, welche wir entdecken können, werden wir ebenfalls vor die Wahl gestellt. Nehme ich die goldene Kette und den Berg Juwelen mit, um ihn gegen Ruhm in der Heimat einzutauschen oder respektiere ich die Eingeborenen und lasse den Schatz zurück? Sollten wir uns für ersteres entscheiden, lösen wir meist einen alten Fluch aus, welcher in einer Naturkatastrophe auf dem Kontinent resultiert. Diese Umstände können unsere Reise ebenfalls beeinflussen, wenn es zum Beispiel zu einem Vulkanausbruch kommt.

Politisch nicht korrekt, aber so war es damals

In der damaligen Zeit war es nicht unüblich, Sklavenhandel zu treiben, andere Völker zu unterdrücken oder seine Interessen mit Waffengewalt durchzusetzen. Diese Möglichkeiten stehen euch natürlich auch offen um eure Expedition voranzutreiben ihr müsst dies lediglich mit euren Gewissen vereinbaren. Zu Kämpfen mit Eingeborenen oder wilden Tieren kann es natürlich auch kommen. Hier sind die Stats eurer Mitstreiter interessant, diese werde in Form von Würfeln dargestellt, es gibt defensive Stats oder offensive Stats. Kommt es nun zu einem Kampf, würfelt ihr eure Aktionen aus, fast wie in einem Dungeons and Dragons Spiel. Das ganze System ist nach einer kurzen Eingewöhnung leicht zu verstehen, nachdem man das kurze Tutorial gespielt hat. Auch wenn das ganze Spiel durch seine Pixeloptik sehr einfach wirkt, ist es doch komplex, aber nicht überfordernd. Die vereinfachte Optik passt perfekt, so kann man sich auf das Wesentliche konzentrieren, Fremde Welten zu erkunden.

Darf es ein bisschen mehr sein?

Zu Beginn unserer Reise können wir jedes Mal einen berühmten Entdecker auswählen, hier stehen uns einige zur Verfügung. Jeder hat besondere Fähigkeiten, welche uns unsere Missionen erleichtern können, je nachdem wie wir unser Vorgehen planen. Leider endet ein Spiel immer nach 6 Expeditionen, ein endlos Modus wäre hier noch wünschenswert gewesen. Versteht mich nicht falsch, es macht eine Menge Spaß, jedoch würde ich gerne noch ein wenig länger Spielen um ein berühmter Entdecker zu werden. Als Alternative können wir den Schwierigkeitsgrad auch erhöhen, um die Herausforderung zu steigern, jedoch endet hier das Spiel ebenfalls wieder nach 6 Expeditionen. Vielleicht wird hier irgendwann noch nachgebessert seitens des Entwicklers.

Curious Expedition ist ein Spiel, welches sich klar an Fans von Anno 1602, Die Siedler oder Rollenspiel Fanatiker richtet. Lasst euch nicht von der Pixeloptik oder der allgemein sehr rudimentären Optik täuschen, alles passt perfekt in das Gesamtkonzept. Skrupelloser Sklavenhändler oder berühmter Entdecker, ihr habt es in der Hand. Wer auf Rundenbasierte Strategie mit Adventure und Mikromanagement Einfluss steht, sollte hier zuschlagen. Ich hatte eine Menge Spaß während des Tests, auch wenn einige meiner Mitstreiter das zeitliche segneten. Also ab aufs Schiff, um neue Welten zu entdecken.

Grafik
8
Sound
7
Gameplay
9
Umfang
7
Marcel Wunnenberg
Groß geworden mit dem Atari 2600. Ein absoluter Fan der Oculus Quest, sowie von Arcade Automaten. Wenn er nicht am zocken ist, schaut er gerne trashige Splatter Filme. Ein Spiel welches nie langweilig wird? DOOM!!!

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