Death Stranding im Test: Wenn die letzte Explosion alles verändert

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Am 08.11.2019 war es endlich soweit ! Death Stranding von Publisher Sony Interactive Entertainment und Studio Kojima Productions ist erschienen und die Spekulationen haben ein Ende. Der leitende Entwickler Hideo Kojima, der auch hinter Metal Gear Solid stand, schafft hier wieder ein Meisterwerk, das nicht für jeden ansprechend sein wird. Wenn man ihm aber die Chance gibt einen zu verzaubern, wird man feststellen, dass man doch nicht nur ein Lieferant zwischen den Städten ist.

Achtung Spoiler Warnung !!! Bei diesem umfangreichen Spiel lässt es sich leider nicht vermeiden etwas über die Geschichte zu berichten. Ich werde es aber auf das nötige Maß beschränken.

 

Einst gab es eine Explosion !

Damit leitet sich das Spiel ein. Der Urknall mit dem alles Leben entstand. Und dann eine weitere Explosion, eine zu viel, die den gestrandeten Tod brachte. Eine Ebene zwischen den Welten, ein Multiversum und ein Ort, der wie ein Strand dargestellt wird. Wo tote Tiere liegen, die aussehen als ob sie komplett mit Öl überzogen sind und Stränge, die in den Himmel reichen.

Einfach mal den Ausblick genießen.

Aber zurück zu unserer Geschichte. Unser Spiel beginnt mit einem Ausblick auf eine malerische Landschaft, die etwas an die Highlands erinnert. Abgeschieden, unberührt und friedlich. Dann startet die Musik und man fühlt sich als ob gerade ein großartiger Spielfilm startet. Wir sehen unseren Protagonisten Sam Porter Bridges oder Sam Strand, das weiß man noch nicht genau, mit Transportkoffern beladen durch die Landschaft rasen. Dann ein kurzer Stopp mit Blick in den Himmel. Ein Regenbogen erscheint und es fängt an zu regnen. Als die Vögel vom Himmel fallen und sich grau färben erkennt man, dass es sich hier nicht um normalen Regen handeln kann. Es handelt sich um Zeitregen, der wie sich im Laufe des Spiels herausstellt nicht nur einen altern lässt, sondern auch der Fracht zusetzt und sie beschädigt. Also Kapuze auf und weiter gefahren. Plötzlich taucht eine Frau mit Regenschirm auf. Fragile steht auf ihrer Kleidung. Wir erkennen sie leider zu spät und zack, umgefahren und die Karre lang gelegt. Wir blicken uns um, doch von ihr ist nichts mehr zu sehen. Jetzt geht es zum ersten Mal richtig los und wir übernehmen die Steuerung unseres Boten. Oder ist er doch eher ein Held?! Die Zeit wird es zeigen. So, 20 Minuten sind um, wir wissen eigentlich noch gar nichts, aber es war filmreif. Die Möglichkeiten am Anfang sind noch begrenzt und erweitern sich im Laufe des Spiels. Doch jetzt erstmal kurz die Sachen wieder aufsammeln und mit der Steuerung zurechtkommen. Denn man muss hier auf sein Gleichgewicht achten, das hat man aber sehr schnell raus. Dann den Kompassmodus an, schauen wo es hin geht und schnell eine Höhle suchen um Schutz vor dem Regen zu bekommen. Hier haben wir dann auch unsere erste Begegnung mit den GD´s und mit der Frau vom Anfang, Fragile. Ebenfalls klasse in Szene gesetzt, hier ist besonders auch die Mimik und Gestik zu beachten. Dies aber alles nur in Form einer Videosequenz oder man könnte fast sagen eines Spielfilms. Die GD´s ziehen von dannen, der Regen hört auf und Fragile verlässt uns auch wieder. So nun aber schnell die Lieferung in die nächste Stadt bringen und der Story seinen Lauf lassen.

Hologramme statt echter Menschen

Nun ist es mein BB (Bridges Baby)

Nachdem die Pakete erfolgreich abgeliefert wurden, gibt es einen Eilauftrag für Sam. Eine Leiche muss in die Verbrennungsanlage ausserhalb der Stadt, bevor die Leiche nach 48h Nekrosen bildet. Denn dadurch werden die GD´s angezogen und es entsteht ein Leerensturz, wodurch alles vernichtet wird. Igor sitzt mit mir hinten auf der Ladefläche und schließt sein BB an, das ihm helfen soll die GD´s zu sehen. Doch leider funktioniert alles nicht so wie geplant und wir werden samt Wagen umgeworfen. Igor überlässt uns das BB und wir sollen fliehen, doch es ist zu spät.

Sie kriegen, was sie wollen

Sam´s Familienverhältnisse

Nach der Explosion sehen wir Sam halb nackt und uns wird erklärt, dass er ein Wiederkehrer ist. Er ist also etwas Besonderes, da er nicht sterben kann. Er landet in einer Zwischenwelt, in der er über seinen DNA Strang wieder ins Leben zurückkehrt. Als Sam dann zurückkehrt befindet er sich auf einem Bett und ist mit Handschellen gefesselt. Zusätzlich hat er ein neues Gerät an seinem Handgelenk, das in die Handschellen integriert ist. Dieses hat er unfreiwillig von der Firma Bridges bekommen. Wer im Text aufgepasst hat, sollte feststellen, dass wir diesen Namen schon einmal gelesen haben. Richtig, Sam Porter Bridges. In welchem Verhältnis wir dazu stehen, wer wir sind und warum wir jemanden etwas wichtiges liefern sollen, verrate ich an dieser Stelle nicht. Aber ich sage soviel, dies ist der Anfang einer langen Reise, die dafür sorgen soll, dass Amerika sich wieder unter einem Banner, hier der UCA, verbinden soll. Und wer wäre dazu besser geeignet als jemand, der nicht stirbt und dann auch noch die GD´s spüren kann. Auf unserer Reise erfahren wir vieles über die Vergangenheit, politische Absichten und unsere eigene Geschichte. Des Weiteren folgt auch ein Wechselspiel zwischen Freund und Feind, Zweckgemeinschaften und nicht zu vergessen die Lieferungen. Denn ja, irgendwie sind wir trotzdem auch ein Bote, der wichtige Güter zwischen den abgeschiedenen Städten transportiert oder verlorene Lieferungen zurückbringt.

Auch dieser Hafen muss an das chirale System angeschlossen werden

Auch die Ausrüstung muss transportiert werden !

In Death Stranding werden Ausrüstungsgegenstände nicht einfach irgendwo in ein Inventar gepackt und weg sind sie. Hier werden sie genauso wie Lieferungen am Körper oder auf dem Rücken befestigt oder in der Hand getragen und die Gewichtsbelastung ist begrenzt. Also muss man gut überlegen: Was und wie viel will ich dabei haben. Im Laufe des Spiels entwickeln sich auch die Möglichkeiten. So bleibt einem am Anfang zum Beispiel nur das Laufen von A nach B, später hat man dann auch die Möglichkeit mit dem Motorrad zu fahren oder eine Schnellreise-Funktion zu nutzen. Doch bei der Schnellreise-Funktion können keine Lieferungen mitgenommen werden.

Ab in die Garage zur Reparatur

Auch als Baumeister machen wir uns gut!

Beginnen wir erstmal mit etwas einfachem: Leitern und Seile um Schluchten zu überwinden, Gewässer zu passieren oder steile Anstiege zu meistern. Später im Spiel können wir dann auch Straßen, Brücken, Wachtürme und Briefkästen bauen, die uns und anderen Spielern im Spiel helfen. Auch wenn wir diese nicht sehen. Denn Death Stranding ist eine Art Online Spiel. Alles was wir bauen können, das können andere auch bauen. Und so kann es vorkommen, dass auf einmal eine Brücke da ist, wo vorher keine war oder wir andere Objekte finden, die uns helfen. Hier haben wir dann die Möglichkeit, dass durch Likes zu würdigen. Likes sind in diesem Spiel die Erfahrungspunkte. Diese bekommen wir, wenn wir Aufträge erfüllen oder andere unsere Gegenstände liken. Bei den Aufträgen gehen dann so Kriterien wie Beschädigung, Geschwindigkeit oder der Weg, den wir genommen haben, in die Wertung mit ein. Wenn wir dann in verschiedenen Kategorien aufsteigen, erhöht sich z.B. die Last, die wir tragen können oder die Likes, die wir bekommen. Zusätzlich steigt unser Rang als Bote. Das entspricht sozusagen unserem Ansehen.

Besser als schwimmen

Was wäre rumlaufen ohne Gegner!

Unsere Gegner im Spiel sind einmal die Mule. Das sind ehemalige Boten, die der Sucht verfallen sind Lieferungen zu stehlen. Diese sind mit Elektrostäben bewaffnet, die sie werfen können oder mit denen sie zuschlagen. Am Anfang hat man noch nicht so viele Möglichkeiten: Entweder man versteckt sich im hohen Gras oder man schlägt sie K.O. Ich persönlich schlag sie lieber K.O., auch wenn man dabei in Kauf nehmen muss, dass die Fracht etwas in Mitleidenschaft gezogen wird. Sollte man doch einmal der Unterlegene sein, klauen die Mule einem alles und man muss die Lieferungen dann aus einem bewachten Briefkasten wiederholen.

Und dann haben wir noch unsere GD´s, die meist in Verbindung mit dem Zeitregen auftauchen. Hier kommt unser BB ins Spiel, denn das sorgt dafür, dass wir die GD´s sehen können um ihnen auszuweichen. Gerade am Anfang heißt es Hand vorm Mund, keine Geräusche und vorbei schleichen. Sollte es dann doch mal nicht klappen, werden wir in eine ölige Suppe gezogen und weggespült, um dann gegen einen riesigen, öligen, fischartigen Gegner anzutreten. Am Anfang bleibt uns nur aus dem öligen Gebiet zu flüchten, dann verschwinden die GD´s auch erstmal für einige Zeit. Später hat man dann auch die Möglichkeit gegen sie zu kämpfen. Das ist dann auch sehr lukrativ, denn nach ihrem Tod hinterlassen sie Chiralium, das zum Bau gewisser Gegenstände benötigt wird. Und so nehmen wir dann den Kampf auf und versuchen die Vereinigung Amerikas zu unterstützen.

Blutgranaten helfen

Fazit

Meines Erachtens hat Hideo Kojima hier ein Meisterwerk geschaffen, das in Grafik, musikalischer Untermalung und Story sowohl absolut strange als auch fesselnd ist. Es wird sicher nicht ein Spiel für jeden sein. Doch wenn man unvoreingenommen an das Spiel heran geht und sich mit dem Hintergrund identifiziert, warum man die Dinge ausliefern muss, bekommt man hier ein Spiel mit Spielfilmcharakter, das einen in seinen Bann zieht. Und nicht den Postenboten in einer postapokalyptischen Welt, denn es steckt weit mehr dahinter. Also legt los, erkundet die Welt und bringt die Hoffnung ins Land zurück.

Einfach genial

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