Donnerstag, September 24, 2020

No Straight Roads im Test – Rock gegen EDM

Auf der Gamescom 2019 konnte ich bereits No Straight Roads anspielen, ein leichter Hype wurde meinerseits aufgebaut und ich freute mich schon auf den Release des Rhythmus Action-Adventures, nun am 25.8.2020 war es dann so weit und das Spiel wurde veröffentlicht. Ich konnte schon ein paar Tage früher hereinschauen, um euch nun meine Eindrücke niederzuschreiben.

Zum Testen wurde uns freundlicherweise ein PS4 Key zur Verfügung gestellt.

Für die kleinen Leute, für Vinyl City

In No Straight Roads übernehmen wir die Rolle der Rock-Band Bunk Bed Junction. Diese besteht aus dem Drummer Zuke und der Gitarristin Mayday. Zuke ist eher entspannt sowie rational, wohingegen Mayday vollkommen aufgedreht und impulsiv von ihren Charakterzügen ist. Eine wunderbare Mischung, welche im Verlauf der Story immer mal wieder zu lustigen Situationen durch die ungleichen Charaktere führt. Doch um was geht es eigentlich in No Straight Roads? Die Stadt Vinyl City wird vom Megakonzern EDM beherrscht, jener versorgt die Stadt mit Strom, welcher durch EDM ( Electronic Dance Music) gewonnen wird. Mayday und Zuke machen sich auf den Weg zu der ständig stattfindenden Casting-Show, für neue Bands in Vinyl City, welche natürlich vom EDM Konzern veranstaltet wird. Wie nicht anders zu erwarten, werden sie abgelehnt, da sie Rock -Musik spielen. Beide beschließen nun, EDM den Kampf anzusagen, denn der Megakonzern regiert die Stadt eher wie ein diktatorisches Regime. Somit ist es nun an uns die “Stars” von EDM auszuschalten, bzw. ihre Konzerte zu kapern.

Viel Variation

Aufgrund meiner Playsession während der Gamescom kannte ich natürlich nur die grundlegenden Spielmechaniken und wusste noch nicht vollends, was mich bei NSR erwartet. Umso mehr war ich überrascht, dass das Spiel in einer Art Open World gestaltet ist. Nicht so Open wie bei großen Vertretern, jedoch kann man sich zwischen den Boss Fights frei in Vinyl City bewegen und einige Dinge entdecken. Allem voran sammeln wir hier Strom-Container, welche dazu genutzt werden, um die Stadt mit Elektrizität zu versorgen. Es gibt auch zu versteckte Aufkleber, welche wir mit unseren Instrumenten kombinieren können. Diese Modifikationen bringen uns Vorteile während der Kämpfe. Je mehr wir entdecken oder freischalten umso besser werden wir bzw. desto mehr Fans generieren wir. Die generierten Fans können wir einsetzen, um unsere Charakterattribute zu verbessern, ähnlich einem Rollenspiel System.

Das Spiel mit der Musik

NSR setzt viel Wert auf Rhythmus. Attacken von Bossen oder Gegnern folgen einem Muster, welches dem Rhythmus der Musik folgen soll, leider funktioniert dies nur semi-perfekt. Der Rhythmus der Angriffe wurde leider nur in das Spiel beigemischt und passt nicht perfekt zu der Hintergrundmusik. Hat man jedoch erst einmal ein Muster erkannt, so kann man dies zu seinem Vorteil nutzen. Ähnlich verhält es sich bei den Bosskämpfen, welche den essenziellen Teil des Spiels ausmachen. Es müssen Angriffsmuster schon fast auswendig gelernt werden, um hier erfolgreich zu sein. Leider ist zum Teil bei Bosskämpfen so viel auf dem Bildschirm los, dass man schnell den Überblick verliert. Optisch sind eben diese zwar eindrucksvoll gestaltet, jedoch ist es manchmal einfach zu wuselig. Somit kommt es des Öfteren vor, dass man ungewollt einen Treffer des Gegners kassiert. Wurde man dabei zu Boden geschleudert, kann es leider ebenso vorkommen, das wir noch weitere Treffer kassieren, welches in einem Game Over resultieren. Wir können direkt wieder einsteigen an dieser Stelle, jedoch wirkt sich dies Negativ auf unsere Bewertung aus. Denn nach jedem geschafften Boss, bekommen wir eine Bewertung auf Zeit, genommenen Schaden, ausgeführte Kombos sowie Schwierigkeit. Je besser die Bewertung, desto höher die gewonnene Menge an neuen Fans, welche uns neue Attribute freischalten lässt. Sollten wir mit einer Bewertung nicht zufrieden sein, können wir jeden Boss wiederholen, unter anderem mit Modifikatoren, wie einer höheren Schwierigkeit um das Maximum herauszuholen.

Allerhand zu Entdecken, wenig Innovation

Zwischen den Boss Fights gilt es nun allerhand Items zu sammeln bzw. zu finden. Hierzu erkunden wir Vinyl City, mit Zuke oder Mayday, zwischen beiden können wir per Knopfdruck wechseln oder eben gleich im zwei Spieler Koop das Spiel starten. Leider artet diese Sammel-Orgie mehr in einem Grind aus, als das es Freude bringt. Die Stadt ist wunderschön gestaltet, ja sogar der ganze optische Stil des Spiels ist ansprechend, jedoch hinkt hier das Gameplay stark der optisch hohen Messlatte hinterher. Hinzu kommt noch eine schwammige Sprung-Steuerung, welche mich einige Male zum Verzweifeln gebracht hat. Das war für mich der Zeitpunkt, an dem ich mich in die Kanalisation zurückzog, dem Hauptquartier von Bunk Bed Junction. Hier können wir unsere Skills verbessern, Sammelgegenstände anschauen oder ein Mini-Spiel starten, welches auch viel Spaß gemacht hat. Leider kann das schöne Voice Acting und die wunderschöne Optik nur bedingt über das leicht oberflächliche Gameplay hinwegtäuschen. Man muss eben Kompromisse eingehen. Für die End-Credits, sprich das Besiegen der Bosse benötigt man gut und gerne 6 Stunden, möchte man nun noch alles sammeln, so kann man das Spiel auf knapp 15 Stunden ausdehnen. Leider wirkt dies künstlich in die Länge gestreckt.

NSR lässt mich ein wenig unschlüssig zurück, ich hatte definitiv Spaß. Die Story und die Präsentation des ganzen Spiels ist perfekt umgesetzt. Leider hinkt das Gameplay mit der manchmal klobigen Steuerung dem ganzen hinterher. Obgleich die Boss Kämpfe sehr imposant gestaltet sind, so sind sie manchmal doch einfach zu überladen. Freunde von Jet Set Radio oder seichten Jump and Runs mit einer coolen Präsentation dürften aber auf ihre Kosten kommen. Gerade der Aspekt des Gegenstände Sammelns ist nicht jedermanns Geschmack. NSR hat die Messlatte im Vorfeld hoch gehängt, bleibt jedoch leider leicht hinter den Erwartungen zurück. Optisch ein Meisterwerk, spielerisch eher Durchschnitt ohne große Innovationen.

No Straight Roads ist für Nintendo Switch, Xbox One, PC und Playstation 4 verfügbar.

 

Bewertung

Grafik
9
Sound
9
Gameplay
6
Umfang
6
Steuerung
6
Marcel Wunnenberg
Groß geworden mit dem Atari 2600. Ein absoluter Fan der Oculus Quest, sowie von Arcade Automaten. Wenn er nicht am zocken ist, schaut er gerne trashige Splatter Filme. Ein Spiel welches nie langweilig wird? DOOM!!!

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