Star Wars: Squadrons im Test – nicht ganz wie erwartet, aber stimmig

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X-Wing vs. Tie Fighter aus dem Jahre 1997 ist immer noch ein sehr beliebter Weltraumshooter in der Star Wars Gemeinde, er ist quasi die Messlatte. EA versucht nun mit Squadrons in die Fußstapfen von Lucas Arts zu treten, ob dies gelungen ist, erfährt ihr in unserem Test.

Zum Testen wurde uns ein PS4 Key zur Verfügung gestellt. Nebenbei haben wir aber auch noch die Origin Version auf PC getestet, unter anderem auch in VR, via Link mit einer Oculus Quest.

 

Toll inszeniert, jedoch nicht packend

Ein Star Wars Titel, welcher nur 39,99 € kostet? Was kann man für diesen Preis erwarten? Lizenzen kosten ja schon eine Stange Geld und veranschlagen meist einen Großteil des Budgets eben solcher Titel. EA versucht mit diesem Kampfpreis die Fang-Gemeinde zufriedenzustellen, indem sie einen Spagat zwischen Story-Kampagne und Mehrspieler macht. Somit rückt der erste Fokus der Review auf den Story-Modus. Hier muss ich gleich vorab sagen, seinem Vorbild X-Wing vs. Tie Fighter wird Squadrons hier keineswegs gerecht. Die Story mit seinen 14 Missionen, welche im Schnitt 7 Stunden in Anspruch nimmt, ist cineastisch einwandfrei inszeniert. Man hat von einem Star Wars Titel auch nichts anderes erwartet, jedoch fühlen sich die Missionen eher an wie ein langgezogenes Tutorial. Erschwerend kommt hinzu, während der Kampagne wechseln wir immer wieder die Seiten, mal ist man auf Seiten der Rebellen, dann wieder in einem Tie-Jäger des Imperiums. Diese Sprünge bringen zwar die Story voran, welche wir hier nicht spoilern werden, jedoch reißt dieser Umstand einen immer wieder aus seiner Rolle heraus. Hier wäre einiges mehr möglich gewesen, denn im Großen und Ganzen überzeugt die Kampagne nicht vollends. Der gewählte Weg ist eher Mittelmaß. Schade ist ebenso, dass man die Kampagne nur Solo und nicht im Koop spielen kann.

Weniger ist mehr

Der zweite Bereich des Spiels ist der Mehrspieler Bereich, hier kann man mit Freunden, Fremden oder alleine Gefechte bestreiten. Hier gibt es auch nur zwei Spielmodi. Einmal eine Art Team-Deathmatch sowie Flottenkämpfe, welche ein wenig mehr taktische Tiefe in das Spiel bringen. Solltet ihr keine Lust auf menschliche Gegenspieler haben, so könnt ihr diese Modi auch gegen die KI spielen. Nun kommt aber der Punkt, welcher ebenso wieder nur halbherzig durchdacht wurde. In unserem Raumjäger Cockpit müssen wir uns auf unsere Instrumentenanzeigen verlassen, denn es gibt keinerlei HUD, welches uns Status der Bewaffnung oder der Schilde zeigt. Alles ist in unserem Cockpit ersichtlich. Der betagte Gamer wird dies schon kennen, nämlich aus X-Wing vs. Tie Fighter. Jedoch wird dieser “Hardcore Simulations” Ansatz wieder zunichtegemacht, doch Field Pick Ups. Wollen wir unser Schiff reparieren oder Munition aufstocken, fliegen wir in Reparaturzonen. Dies wirkt wieder sehr Arcade-lastig, hier hätte es mit Sicherheit eine bessere Lösung gegeben. Das Balancing der verschiedenen Raumschiff-Klassen hingegen ist sehr gut gelungen. Obgleich die Rebellen mit standardmäßig ausgestatteten Schildgeneratoren einen Vorteil haben, so hat das Imperium wiederum wendigere und schnellere Schiffe. Was jedoch jeden Star Wars Fan verwirren dürfte, per Knopf-Druck lässt sich der Tie-Fighter reparieren. Wie, wo was? Das kennt man doch eigentlich nur von den X-Wings, welche von Druiden repariert werden. Hier bricht EA leider mit der gängigen Lore, um das Balancing aufrecht zu halten.

Welche Zeitlinie spielt hier?

Ganz genau kristallisiert sich nicht heraus an welchem Zeitpunkt in der Star Wars Saga wir uns befinden, jedoch scheinen wir uns im Bereich von “Das Imperium schlägt zurück” befinden. Darth Vader ist dabei, sowie General Akbar ist noch am Leben. Gerade als mir während einer Mission Akbar einen Befehl über Voice Com mitteilt, überkommen mich die Gefühle. Fand er doch im vorletzten Star Wars Teil einen tragischen Tod. In diesem Sinne, It’s a Trap! oder doch nur eine Falle. Je nachdem welche Sprache ihr ausgewählt habt, englische sowie deutsche Sprachausgabe ist vorhanden. Beides klingt gut, hier wurden tatsächlich auch gute Synchronsprecher für die deutsche Version eingesetzt. Zu diesem Qualitätsmerkmal gesellt sich ebenso die Grafik. Alles wirkt stimmig, gerade die vielen Details im Cockpit sind mehr als schön anzusehen. Besonders eindrucksvoll sind auch die Explosionen. Nichts ist befriedigender als einen MC 75 zu sehen, welcher sich in einer Explosion zerteilt. Geschieht dem Rebellen Abschaum Recht.

Finde deine Rolle

In den 5vs5 Mehrspieler Gefechten ist alles auf Rollenverteilung ausgelegt. Im Team Deathmatch kommen diese Rollen natürlich noch nicht so stark zum Tragen wie im Flottenkampf, jedoch sind sie nicht außer Acht zu lassen. Als Supporter die Flotte reparieren und neue aufmunitionieren, als Bomber Fregatten ausschalten oder als Abfangjäger dem Team den Hintern frei halten. Für jeden findet sich der passende Spielstil. Zusätzlich können die Raumschiffe noch angepasst werden, mit anderen Waffensystemen, Schilden oder Antrieben. Wer es ganz verrückt mag, kann sie ebenfalls optisch anpassen, zum Beispiel mit einer Darth Vader Wackelfigur im Cockpit. Ein weiterer taktischer Aspekt ist das Energiemanagement System, während eines Gefechtes kann man seine Schiffsenergie umschalten. Mehr Power für die Geschütze, dafür langsameres Fliegen oder umgekehrt. Squadrons ist vielmehr ein schneller Dogfighter, als eine Weltraum-Simulation, was auch seinen reiz haben kann.

VR für mehr Atmosphäre

Besonders hervorzuheben ist der VR-Modus, welcher auch im Crossplay mit nicht VR-Spielern möglich ist. Hier ergibt sich für den VR-Spieler ein entscheidender Vorteil, er hat mehr Überblick, kann er sich doch locker im Cockpit umschauen, um seine Flanken im Auge zu behalten. Grafisch gibt es hier nicht zu bemängeln, alles läuft flüssig, ist scharf dargestellt und die Immersion ist mehr als gegeben. Während meines Tests trat keinerlei Motion Sickness auf, was mich ein wenig wunderte. Ich bin zwar eh nicht so anfällig hierfür, jedoch hatte ich bei EVE in VR sowie RIGS meine Probleme und öfter Motion Sickness. Wie EA es geschafft hat bei einem schnellen Weltraum-Shooter die Motion Sickness so zu begrenzen, ist mir immer noch ein Rätsel, jedoch hat es funktioniert. Solltet ihr eine VR-Brille besitzen, kann ich euch Squadrons uneingeschränkt empfehlen, ein absolutes Fest für VR-Fans im Tie-Fighter zu sitzen und Schlachten auszutragen.

Star Wars: Squadrons blieb leider ein wenig hinter seinem großen Vorbild, jedoch haben wir hier auch keinen Vollpreistitel. Eine gut inszenierte Kampagne, welche aber leider ein wenig flach wirkt. Ein Mehrspieler, welcher gut umgesetzt ist, jedoch ein wenig im Umfang schwächelt. Ein genialer VR-Modus, sowie die volle Dröhnung Star Wars. Fans von Star Wars dürften angesichts des Preises nicht viel verkehrt machen, jedoch dürfen sie kein X-Wing vs. Tie Fighter in Sachen Kampagne oder Simulationsgrad erwarten. Besonders VR-Junkies dürften bei Squadrons auf ihre vollen Kosten kommen. Es bleibt zu hoffen, dass vielleicht noch ein wenig Content nachgeliefert wird, bisher ist das Spiel ja Gott sei Dank frei von Mikrotransaktionen.

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