The Surge 2 im Test – Souls-like mit all seinen Stärken

Was soll ich sagen, The Surge 2 erreichte mich und ich stellte mich darauf ein, wieder einige frustrierende Stunden mit einem Souls-like Titel hinter mich zu bringen. Doch es kam für mich sehr überraschend, völlig anders sogar. Dieses Spiel faszinierte mich sehr schnell und es bereitete mir viel Spaß es testen zu dürfen. Natürlich hatte ich auch bei diesem Spiel den ein oder anderen frustrierenden Moment, aber ich denke das gehört einfach dazu. Ich kann aber schon hier sagen: Dieses Spiel hat meine Ansicht gegenüber anderen Genrevertretern dieser Art auf den Kopf gestellt.

Wir starten sichtlich verwirrt in unser Abenteuer

Meine ersten Eindrücke von dem Spiel waren allesamt positiv. Wir erstellen uns unseren eigenen Charakter; Geschlecht, Frisur und sogar das Alter dürfen wir selbst entscheiden. Das ganze individualisiert das Spiel und es macht Spaß seinen eigenen Charakter durch das Spiel begleiten zu dürfen. Nach der Erstellung wachen wir nach einer kleinen Einführungs Sequenz auch direkt im Spiel auf um festzustellen, das wir keine Ahnung haben wo wir sind. Der Raum, in welchem wir erwachen, erinnert schon sehr an ein Krankenhaus, was aber wohl direkt an einem Gefängnis angrenzt, wie wir schnell feststellen. Hier fiel mir direkt die integrierte Tutorial-Einweisung auf, die immer wieder an den Wänden auftaucht. Diese Hinweise mit Anweisungen wie zum Beispiel welche Tasten wir zum Schlagen oder Ausweichen brauchen sind fest integriert und können auch wieder betrachtet werden, wenn wir im späteren Spielverlauf daran vorbei kommen. Eine sehr schöne Lösung, wie ich finde.

Unsere Gegner verlieren gerne mal Körperteile

Also weiter geht es, im nächsten Raum erwartet uns dann auch schon der erste Gegner: Eine Art Polizei-Drohne. Durch unsere Tutorialberichte an den Wänden wissen wir nun wie wir ihn anvisieren und bekämpfen können. Los geht es, anvisiert ist er und schon tänzeln wir in unserem Schicken OP-Hemd um die Drohne herum. Mit leichten oder auch harten Schlägen setzen wir der Drohne schnell zu, doch auch sie kann austeilen und wir merken schnell das wir vorsichtig sein müssen. So haben wir ganz im Souls-like Stil die Möglichkeit auszuweichen oder zu blocken, wobei letzteres erst einmal etwas Übung benötigt. Beim Blocken müssen wir unterscheiden zwischen einem normalem Block und Parieren. Der normale Block kostet Ausdauer und reduziert den Schaden. Beim Parieren ist es wichtig das wir nicht nur die Block-Taste drücken, sondern auch kurz bevor uns ein Schlag trifft in die jeweilige Richtung drücken, was gutes Timing vorraus setzt. Ist das Parieren erfolgreich, so kommt der Gegner ins Taumeln und ihr könnt ordentlich Schaden austeilen. Desweiteren haben wir die Möglichkeit beim Anvisieren der Gegner uns auf einzelne Gliedmaßen zu konzentrieren, was im laufe des Spiels sehr wichtig wird. Haben wir ein Körperteil lange genug bearbeitet, so können wir einen Spezialangriff ausführen, der den besagten Körperteil abtrennt. Das macht nicht nur viel Spaß, es ist auch noch sehr gut in Szene gesetzt.

Bosskämpfe sind sehr nervenaufreibend in The Surge 2

Wichtigster Punkt in The Surge 2 ist die Medibay Station, hier tauchen wir immer wieder auf nach einem unserer vielen Bildschirmtode. Der Medibay ist aber nicht nur unser Respawnpunkt, sondern auch unser Mittel zur Verbesserung und Verstärkung unseres Charakters. Hier können wir neue Rüstungen bauen sowie dazu auch unsere Waffen und Implantate upgraden. Desweiteren verbessern wir hier unser Level und damit unsere drei Attribute, in welche wir Punkte verteilen können. Gesundheit, Ausdauer und Akku können verbessert werden. Hier auch etwas sehr schönes: Wir können unsere Währung (Tech Scraps) einlagern und somit vor Verlust schützen. Wenn wir sterben gibt uns das Spiel nur zweieinhalb Minuten Zeit unsere Tech Scraps zurückzuholen, was durchaus mal stressig werden kann, daher ist das einlagern eine etwas Frust freiere Lösung. Zwar kann die Zeit mit jedem totem Gegner verlängert werden, steigert aber auch das Risiko wieder zu sterben und die Tech Scraps ganz zu verlieren.

Naniten spielen in The Surge 2 eine große Rolle

Loot gibt es in diesem Spiel mehr als genug, gefühlt an jeder Ecke findet ihr eine neue Waffe oder Rüstung, welche oft von Gegnern getragen werden. Aber es wird doch vom Gegner getragen? Kein Problem, wie schon zuvor angemerkt, visiert ihr einfach die jeweiligen Körperteile an und schlagt sie ab um so nach und nach neue Rüstungs Blaupausen zu finden. Waffen können direkt genutzt werden. So hat man wirklich viel Spaß daran neue Rüstungen freizuschalten und den nächsten Gegner zu finden, der das letzte fehlende Teil hat. Schlagt auch gern mal die Roboter kurz und klein, denn das ein oder andere Teil kann man sicher nutzen.

Unser Menü pausiert das Spiel und wir können in Ruhe unsere Ausrüstung verwalten

Die End- und auch Zwischengegner sind oftmals sehr frustrierend und kosten einen gern die ein oder andere Stunde, bis wir stark genug sind oder einfach das komplette Bewegungsmuster auswendig können um den Boss zu besiegen. Aber genau das ist es ja was Souls-like Fans suchen: die Herausforderung. Ich kann nur für mich sprechen und mir hat es unheimlich Spaß gemacht die Bosse zu besiegen. Klar war ich oft frustriert und hätte mir fast einmal einen neuen Controller besorgen müssen, aber trotzdem hat es das Spiel geschafft das ich dran blieb und es immer wieder versucht habe. Also dranbleiben und nicht aufgeben lohnt sich.

Naniten, überall Naniten. Im laufe des Spiels verteilen sich die Naniten in der ganzen Stadt.

Grafisch konnte das Spiel leider nicht durchgehend glänzen. Wir haben eine wunderschöne Umgebung und wirklich viel, was erkundet werden kann, was auch im Gesamten sehr schön dargestellt wurde. Leider wirkten viele Texturen aber unscharf und matschig, was einen grafisch schon geärgert hat, da es sich hauptsächlich bei der eigenen Rüstung bemerkbar machte. Gerade auf der eigenen Figur liegt ja der Fokus des Spielers und war somit wesentlich ärgerlicher. Hin und wieder hat das Spiel das ein oder andere Clipping Problem, aber ansonsten lief das Spiel problemlos auf der PS4 Pro. Ruckelfrei und flüssig.

Ab und an traten Clipping Probleme auf

 

Die Grafik der Rüstungen wirkt leider oftmals sehr matschig

 

Fazit

Wer Souls-like Spiele mag ist hier richtig und wer sie nicht mag, sollte dem ganzen vielleicht eine Chance geben. Meine Meinung hat es jedenfalls geändert. Dieses Spiel bietet eine interessante Story wenn man sich auch die Audio-Logs im Spiel anhört und eine großartige Herausforderung für jeden der eine solche sucht. Desweiteren haben wir wirklich eine schöne Auswahl an Rüstungen und Waffen die wir nutzen können. Der Kampf gegen die Gegner macht unheimlich Spaß trotz des ein oder anderen Frustmoments. Durch die Spezialangriffe, welche von Waffe zu Waffe unterschiedlich sind, macht es einfach Spaß jeden einzelnen Angriff auszutesten. Der einzige wirkliche Abbruch war hier die matschige Grafik, bleibt zu hoffen das solche Patzer bei zukünftigen Titeln nicht mehr passieren. Ansonsten ein durchgehend positives Spiel, was mich vollends begeistert hat. Ein kleiner Anreiz zum Schluss, das Spiel gibt uns die Möglichkeit nach erfolgreichem Abschluss nicht einfach weiter zu spielen, sondern neu zu beginnen und die Level Grenze von 10 zu übersteigen.

 

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
0 Kommentare
Inline Feedbacks
Zeige alle Kommentare