Dienstag, Oktober 20, 2020

UFC 4 im Test – Fingerbruch am Gamepad

Das letzte UFC Spiel, was ich bewusst wahrgenommen hatte, ist schon ein paar Tage her. Um genau zu sein auf der Playstation 3 UFC Undisputed 2010. 10 Jahre ist es nun schon her, ich habe mich mal wieder in das Oktagon begeben um meine Kampffähigkeiten zu Testen.

Zum Testen wurde uns ein PS4 Key zur Verfügung gestellt.

Einstieg ohne Vorwissen

Da mein letztes UFC Spiel nun schon fast 10 Jahre zurückliegt und ich es damals auch nicht allzu intensiv gespielt hatte, kann ich leider kaum Vergleiche ziehen, inwieweit sich UFC 4 weiterentwickelt hat, es wird quasi eine Bewertung ohne Vergleiche. Vorweg fällt mir eins direkt auf, Schläge, Tritte und das ganze Gameplay erfordert eine Menge an Kombos, die es zu beherrschen gibt. Im Karriere-Modus, wo wir unseren eigenen Kämpfer erstellen können, um ihn mithilfe eines Coaches an die Spitze zu führen, kriegen wir die Basics beigebracht. Bereits nach 10 Minuten fühle ich mich schon leicht überfordert und bekomme kräftig den virtuellen Hintern versohlt. Es sind einfach zu viele Tasten und Bewegungsabläufe die ich verinnerlichen muss, innerhalb kürzester Zeit. Nach gut einer Stunde habe ich ein wenig die Steuerung verinnerlicht. Es geht schon besser von der Hand, jedoch gilt es immer einen Blick auf die Ausdauer zu werfen. Blindes Button-gespamme ist bei UFC 4 fehl am Platz. Die Ausdauer nimmt drastisch ab und man wird ein leichtes Ziel für sein Gegenüber. Abwarten, Blocken und taktieren sind der Schlüssel zum Erfolg.

Fast wie im TV

In Puncto Inszenierung steht UFC 4 den anderen EA Sports Titeln ebenbürtig gegenüber. Grafisch, kommentatorisch und von der Soundkulisse kommt alles einer TV-Übertragung gleich. Der Karrieremodus lässt einem immer mal wieder kleinere Freiheiten, welchen Kampfstil man bevorzugt, welche Skills man durch Training stärken möchte oder ob man einen Kampf vielleicht doch lieber ablehnt, weil man noch zu schwach ist. Leider hatte ich mit der Karriere so meine Probleme, denn wie bereits Eingangs erwähnt, ist UFC 4 sehr schwer. Ich musste viele Niederlagen einstecken und haderte auch immer noch mit der umfangreichen Steuerung. Somit reichte mein Ausflug in das MMA Geschäft nicht für einen Platz an der Spitze der Kampfelite. Der Bodenkampf, welcher im MMA ebenso einen großen Teil des Kampfgeschehens ausmacht, wurde meiner Meinung nach vereinfacht. Die Ausführung, ob man nun in den Clinch, Choke oder Submission geht, ist nun leichter durchführbar. Die Aktionen selbst werden dann mit einer Art von Quick Time Events ausgeführt. Wenigstens etwas, was sich mich direkt zu Beginn erschlossen hat.

Abwechslung für den müden Krieger

Neben den Karriere-Modus kann man noch einzelne Kämpfe bestreiten. Hier hat man die Auswahl und kann im klassischen Octagon kämpfen, einer Arena, welche stark an Bloodsport erinnert oder in einem Hinterhof. Für genug Abwechslung ist gesorgt. Wer noch ein wenig an seinem Charakter feilen möchte, kann ihn optisch mit exklusiven Gegenständen aufwerten, diese können durch verdiente Punkte freigeschaltet werden oder per Echtgeld erworben werden. Keine Sorge, diese haben nur einen optischen und keinerlei spielerischen Vorteil. Abwechslung ist somit mehr als genug geboten, jedoch muss man einiges an Zeit investieren, um die Mechaniken des Spiels wirklich zu verstehen. Der Mehrspieler Modus dürfte somit wirklich nur für absolute Könner eine Option sein, es sei denn ihr steht drauf ständig zu verlieren. Das Gesamtpaket stimmt, obgleich die Spielmechaniken mittlerweile ein wenig angestaubt wirken.

UFC 4 ist wirklich nur Hardcore MMA Fans zu empfehlen oder Leuten, die gerne Fighting Games spielen mit komplizierten Tastenabfolgen und Kombos. Der Casual Gamer wird schnell frustriert aufgeben und das Spiel in die Ecke legen. Die ansprechende Optik kann leicht über die mehr als steile Lernkurve und das komplizierte Steuerungssystem hinwegtäuschen, jedoch sollte man dies als Casual Gamer nicht außer Acht lassen. UFC 4 ist für Fans mit Sicherheit gut, jedoch für die breite Masse zu speziell.

Bewertung

Grafik
8
Sound
8
Gameplay
7
Umfang
7
Steuerung
6
Marcel Wunnenberg
Groß geworden mit dem Atari 2600. Ein absoluter Fan der Oculus Quest, sowie von Arcade Automaten. Wenn er nicht am zocken ist, schaut er gerne trashige Splatter Filme. Ein Spiel welches nie langweilig wird? DOOM!!!

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