Gamer-Typen: Jeder zockt auf seine Weise

Um den Gamer ranken sich unzählige Klischees. Im finsteren Keller soll er sitzen, vorzugsweise im Haus seiner Eltern. Dort geht er Tag und Nacht viel lieber seinem digitalen Hobby nach als einer geregelten Arbeit und selbstverständlich vermeidet er soziale Kontakte. Ob der stereotype Gamer ein desillusionierter und perspektivloser Mittvierziger ist, oder doch eher der beratungsresistente Jugendliche ohne Idee für die eigene Zukunft, darüber scheiden sich die Geister. Das ist auch irrelevant, denn in der Realität sind die meisten Gamer meilenweit von dieser Vorstellung entfernt.

 

 

So zockt Deutschland

Von dem Gamer an sich zu sprechen, ginge weit am Thema vorbei, denn die Branche ist vielfältig. Insgesamt lag der Umsatz mit dem Verkauf von Videospielen in Deutschland im Jahr 2020 bei fast 1,2 Milliarden Euro, wie diese Statistik zeigt. Zwar ist Gaming in all seinen Facetten bei der jüngeren Generation sehr beliebt, trotzdem liegt der Altersdurchschnitt der Branche eher in der Mitte der Dreißiger. Immerhin boomt die Gaming-Branche schon seit einer ganzen Weile und die Gamer sind gemeinsam mit ihr älter geworden.

Auch beim individuellen Nutzerverhalten ist unter Zockern eine große Vielfalt zu beobachten, die sich beim besten Willen nicht auf einen einzelnen Stereotyp begrenzen lässt. Bei genauerem Hinsehen lassen sich zehn klassische Gaming-Typen erkennen, die uns in der Branche immer wieder begegnen. So mancher Gamer ist eine Mischung aus mehreren Charakteren, ein anderer will so recht in keine der Kategorien passen. Trotzdem stellen wir an dieser Stelle 10 Gaming-Typen und ihren Umgang mit dem Hobby vor.

 

10 Gaming-Typen und ihr Hobby

 

Der Zeitvertreiber

In diese Kategorie fällt eine sehr große Gruppe der Spieler. Der Zeitvertreiber spielt gerne zwischendurch und nutzt kurze Pausen, zum Beispiel in der Mittagspause oder während der Wartezeit beim Arzt oder an der Bahn, um ein paar Spiele zu absolvieren. Für ihn kommt es darauf an, dass ein Spiel jederzeit und überall auch für kurze Zeitfenster verfügbar ist.

Zeitvertreiber spielen am liebsten auf mobilen Endgeräten wie dem Smartphone und bevorzugen Formate wie Candy Crush, Minecraft und Pokémon Go. Auch in seriösen Online Casinos fühlt dieser Gaming-Typ sich wohl, weil die kurzen Runden am Slot-Automaten oder am virtuellen Roulette-Tisch seinem Zeitmanagement und seinem Spielverhalten entgegenkommen.

 

Der Casual-Gamer

Casual-Gamer sind dem Zeitvertreiber nicht unähnlich, allerdings verbringen sie etwas mehr Zeit mit ihrem Hobby und legen zumindest hin und wieder gerne eine längere Spielsession ein. Für den Casual-Gamer ist das Zocken ein willkommener Ausgleich zum stressigen Alltag, der gerne abends und am Wochenende als Alternative zum Fernsehen genutzt wird. Er geht das Spiel gerne gemütlich an und gönnt sich die Zeit, auch eher unwichtige, aber stimmungsvolle Aspekte in vollen Zügen zu genießen.

Casual-Gamer sind altersmäßig eher in der mittleren bis älteren Generation zu finden, für die das Hobby aufgrund der alltäglichen Verpflichtungen eher eine Nebensache ist. Casual-Gamer verstehen sich am besten mit ihresgleichen und pflegen häufig neben dem reinen Spielvergnügen auch eine soziale Komponente. Im Multiplayer-Modus sind Casual-Gamer nur beliebt, wenn sie sich mit Gleichgesinnten zusammentun. Im Zusammenspiel mit den Hardlinern der Branche stoßen sie schnell an ihre Grenzen und können den Spielfluss ausbremsen.

 

Der Hardcore-Gamer

Für Hardcore-Gamer ist ihr Hobby extrem wichtig. Sie verbringen viele Stunden mit einem oder mehreren Computerspielen und legen großen Wert darauf, gute Leistungen zu erbringen und an der Spitze mitzuspielen. Sie beherrschen umfangreiche Spieltaktiken und gehen das Spiel gerne strategisch an.

Hardcore-Gamer haben gerne die angesagtesten Spieltitel als Erste und gönnen sich auch jedes Update und jede Erweiterung. In Sachen Hardware setzen sie auf hochwertige Komponenten, die ihrem Enthusiasmus und ihrem Leistungsanspruch gerecht werden. Dieser Gaming-Typ investiert gerne viel Zeit und Geld in sein Hobby und nimmt die eigene Performance im Spiel sehr ernst. An Mitspieler im Multiplayer-Modus hat er ebenso hohe Ansprüche wie an sich selbst.

Nicht selten werden andere Aspekte des Alltags bewusst um feste Computerzeiten herum geplant. Andere Hobbys haben neben dem Gaming wenig Bestand. Unter den Hardcore-Gamern finden sich viele Spieler einer jüngeren Generation, der so genannten Digital Natives, für die der Umgang mit digitalem Entertainment selbstverständlich geworden ist.

 

Der Socializer

Für Socializer steht die soziale Komponente bei Computerspielen im Vordergrund. Sie sind in jeder Altersgruppe zu finden und sehen das Zocken vor allem als Möglichkeit, um Zeit mit Freunden und Gleichgesinnten zu verbringen. Socializer spielen gerne am Computer im Multiplayer-Modus mit umfangreicher Chatfunktion, noch lieber sogar direkt über Konsole gemeinsam auf der Couch. Dabei kann das eigentliche Spiel zugunsten von Gesprächen, Scherzen und natürlich leckeren Snacks gerne einmal in den Hintergrund rücken.

 

Der Escapist

Der Escapist kommt dem Klischee vom typischen Gamer wahrscheinlich am nächsten. Er spielt gerne für sich und lässt dabei den Alltag hinter sich. Für diesen Gaming-Typ ist es wichtig, ein möglichst bildgewaltiges und alle Sinne ansprechendes Spielerlebnis zu haben. So taucht er allein oder im Multiplayer-Modus in andere Welten ein und vergisst gerne Zeit und Raum um sich herum.

 

Der Collector

Der Collector liebt es Retro. Er hat meist eine riesige Sammlung an Computer- und Konsolenspielen, die einer Zeitreise durch die Jahrzehnte gleichen. In seine Sammlung investiert er viel Geld, Zeit und Herzblut und hat natürlich seine ganzen Schätze auch schon detailliert durchgespielt. In seinem Zuhause finden sich aber nicht nur Computer- und Konsolenspiele in Hülle und Fülle, sondern auch Merchandise, Trading Card und sonstige themenrelevante Stücke mit Sammelcharakter.

Auf die neueste Grafik kommt es diesem Gaming-Typ nicht an. Die Retro-Klassiker haben es ihm besonders angetan. Seine Hard- und Software muss so beschaffen sein, dass sie sowohl neue Spielvarianten als auch die alten Schätze zuverlässig auf den Bildschirm bringt. So lassen sich viele Stunden mit liebevollen Erinnerungen verbringen.

 

Der Streamer

Streamern reicht es nicht aus, sich selbst in virtuelle Welten zu vertiefen, sie möchten auch andere Interessierte an ihren Aktivitäten teilhaben lassen. Auf Twitch, YouTube und Co. sind sie zu Hause und sind die Performer und Content-Creator der Branche. Streamer veröffentlichen ihre Spielsitzungen gerne auf Gaming-Plattformen und lassen sich mit Begeisterung über die Schulter schauen, wenn sie dem Endgegner zu Leibe rücken. Ihre Streams reichen von reinen Spielsitzungen und Wettbewerben über Berichte und Rezensionen bis hin zu Tutorials.

Da sie sich gerne öffentlich präsentieren, haben Streamer an ihre Performance auch einen hohen Anspruch und stellen sich gerne im besten Licht dar. Ihre Hardware kann sich sehen lassen und wird neben dem perfekten Gaming-Computer auch durch entsprechendes Streaming-Equipment ergänzt. Streamer, die dieses Hobby ernsthaft betreiben, scharen nicht selten eine beeindruckende Community um sich und generieren durch Sponsoren und Werbung häufig sogar lukrative Einnahmen.

 

Der Backseat-Gamer

Sie sind die perfekte Ergänzung zum Streamer. Computerspiele finden sie interessant, noch lieber als selbst am Controller oder an Tastatur und Maus zu sitzen, lehnen sie sich aber entspannt zurück und schauen anderen Gamern dabei zu, wie sie virtuelle Welten erkunden. Backseat-Gamer sind regelmäßige Gäste auf Streaming-Plattformen, folgen gerne ihren Favoriten und treffen sich hin und wieder auch mit Freunden, um ihnen beim Zocken über die Schulter zu sehen. Natürlich wagt der Backseat-Gamer auch gerne selbst ein Spielchen, er findet es aber auch alles andere als langweilig, sich vom Geschehen auf dem Bildschirm berieseln zu lassen.

 

Der Cheater

Der Cheater möchte im Spiel alles erreichen und gute Leistungen abliefern, allzu viel Zeit und Nerven möchte er dafür aber nicht investieren. Cheater genießen gerne die Spielumgebung, ohne sich allzu sehr auf ihre Performance konzentrieren zu müssen. Wenn es die Möglichkeit gibt, über eine entspannte Abkürzung zum Ziel zu kommen, nutzen sie diese gern.

Böse Zungen würden dem Cheater sicher Mogeln unterstellen, allerdings gehören Cheat-Codes, die den Weg durch das Spiel leichter machen, inzwischen längst zum Alltag. Wer unverwundbar ist, gleitet ganz entspannt durch Herausforderungen und hat nebenbei noch viel Zeit, um sich die beeindruckenden Effekte und die schön ausgestaltete Spielumgebung anzusehen. Jedes Schlupfloch, jeder kleine Bug in der Spielmechanik und jeder clevere Coup sind dem Cheater recht, um entspannt und vollumfänglich zum Ziel zu kommen.

 

Der eSportler

Der Bereich eSports hat in den vergangenen Jahren an Popularität gewonnen. Hier wird aus Spiel Ernst und aus Hobby Profession. eSportler verdienen ihr Geld mit Computerspielen und leben damit den Traum so manchen Gamers. Ihr Erfolg in der Branche ist allerdings harte Arbeit und erfordert eine Menge hervorragend austrainierter Fähigkeiten. eSport ist hierzulande im eSport-Bund Deutschland e.V. organisiert, der die Interessen der eSportler vertritt und die eSport-Szene gesellschaftlich, medial, wirtschaftlich und politisch voranbringt.

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