Donnerstag, April 9, 2020

Headsets unter 60 Euro im Test. Logitech G430, Logitech G332, Razer Kraken X

Was kann man von Headsets von unter 60 Euro erwarten? Versprochen wird immer viel, geworben wird mit Gamer, Surround, super Sound usw. . Aber ist dies auch der Fall? Ich habe mir heute mal drei Headsets aus dieser Kategorie zum Test vorgenommen, die nicht unterschiedlicher von ihrer Ausstattung sein könnten, jedoch sind sie in einem gleich: Die Preisobergrenze. Im folgenden werde ich jedes Headset einzelnd testen und bewerten und im großen Finale werde ich sie gegenüberstellen, um die jeweiligen Vorzüge darzulegen.

Alle drei Test Kandidaten zusammen.

In Hinsicht auf den Test des Soundbildes, habe ich bei jedem Headset die gleichen Filme, Spiele und Musikstücke zum testen genommen um ein vergleichbares Fazit ziehen zu können. Der Vollständigkeit halber habe ich diese hier für euch aufgelistet:

Spotify / Huawei P20 Mini / Shaun Baker – Explode

Spotify / Huawei P20 Mini / Sabaton – Bismarck

PC / Blu-Ray / Soldat James Ryan 

PC / CS:GO

PS4 / The Division 2

Die Tonaufnahmen der Mikrofone wurden alle unter den selben Bedingungen mit demselben Text in Audacity aufgenommen. Neben den zuvor genannten Test-Szenarien, wurden die Headsets auch über einen längeren Zeitraum im Alltag benutzt.

Das Razer Kraken X und Logitech G332 wurden uns zum Testen leihweise zur Verfügung gestellt, das Logitech G430 wurde von uns gekauft. Jedoch wird dies unsere Neutralität in diesem Test keinerlei beeinflussen.


Razer Kraken X

Altbewährtes Design

Das Kraken X ist designtypisch an die schon bekannte Kraken Serie angelehnt. Sehr nüchtern, in schwarz gehalten und ohne besondere RGB Spielereien oder ähnlichem. Das muss es auch nicht haben, generell ist mir die Optik unwichtig, lediglich der Tragekomfort und das Sounddesign müssen stimmen. Das Kraken X besteht komplett aus Kunststoff, welches ihm ein schlankes Gewicht von nur 250 Gramm ermöglicht, das sind gerade mal zweieinhalb Tafeln Schokolade. Jedoch ist dies nicht das einzige Merkmal, was dem Tragekomfort zugute kommt. Am Kopfbügel haben wir ein dünnes Kunstleder-Polster, welches den Druck während des Tragens auf dem Kopf minimieren soll. Die Ohrmuscheln sind ebenfalls mit Kunstleder Polsterung versehen, nur hier sind diese wirklich sehr großzügig dimensioniert, sodass unsere Ohren voll abgeschirmt den Klängen aus den 40mm Neodym-Treibern lauschen können. Ein letzter Punkt, welcher für Brillenträger noch interessant sein dürfte: Seitlich sind leichte Aussparungen vorhanden, damit das Headset nicht auf die Brillenbügel drückt; ich habe es probiert, ja, es funktioniert.

Kleine Überraschungen

Wie bereits die vorher erwähnte Polsterung, hat mich auch das Kabel selbst des Headsets begeistert. Es ist zwar gummiert, jedoch kein einfaches glattes Gummi, es ist strukturiert mit kleinen feinen Rillen, dies macht es ein wenig steifer und nicht anfällig gegen dauerhaftes Knicken, was dem Kabel schaden könnte. Soviel erstmal zu den Äußerlichkeiten und Materialien, wir wollen doch alle wissen, was in der Krake steckt. Genau hier kommt der Punkt, der mich am meisten überrascht hat. Der Sound ist sehr ausgewogen, nicht zu basslastig, aber auch nicht zu sehr auf Höhen fixiert. Sollte man es an einer Konsole oder dem Handy nutzen, bleiben uns keinerlei Einstellmöglichkeiten am Headset selbst um mehr Tiefen reinzudrehen oder ähnliches, lediglich die Lautstärke können wir an der Linken Ohrmuschel regeln. Am PC habt ihr natürlich die Möglichkeit über einen AMP den Ton zu eurer Zufriedenheit zu konfigurieren. Jedoch das was standardmäßig geboten wird ist ein guter Mittelweg in Sachen Sound.

Wie ein gemütlicher Sessel

Bei längeren Spielsitzungen empfand ich das Tragen als sehr angenehm, ich war quasi von allem abgeschnitten, denn die Ohrpolster Schirmen einen echt super von der Außenwelt ab. Schwitzen trotz den vollumfassenden Muscheln hält sich Gott sei Dank auch in Grenzen. Da sich der Komfort während dieser Zeit als gut herausstellte, konnte ich auch hören wo die Gegner sich befinden? Ja, das konnte ich durchaus. Gerade da wir wie schon erwähnt nicht so einen hohen Basslastigen Anteil im Soundspektrum haben, so waren auch feinere Geräusche auszumachen, da sie nicht übertont wurden. Das Mikrofon ist leider nicht abnehmbar, was meiner Meinung leider ein kleiner Negativpunkt ist, denn der Razer Kraken X würde sich auch gut als Kopfhörer für unterwegs zum Musik hören eignen, doch wer möchte schon auf der Strasse mit Kopfhörern gesehen werden, wo vorne ein Mikrofon dran hängt.

 


Logitech G430

Quadratisch praktisch, gut

Beim G430 von Logitech haben wir fast quadratisch geformte Ohrmuscheln, welche für Logitech G Headsets schon fast zum Markenzeichen geworden sind. Diese sind mit Schaumstoff gepolstert, welcher mit einem Mesh – Stoff bezogen sind. Dieser wirkt sehr angenehm, und Schwitzen unter selbigen hält sich auch in Grenzen. Sollten die Ohrmuschelüberzüge nun doch einmal dreckig werden oder vollgeschwitzt sein, lassen sich diese problemlos zum reinigen entfernen. Dieser Stoffbezug mit Polsterung findet sich ebenfalls am Kopfbügel wieder, hier können wir ihn zum reinigen aber leider nicht entfernen. Der Kopfbügel ist aus Kunststoff, genau wie der Rest des Headsets. Lediglich die Größenverstellung des Headsets wurde aus Metall gefertigt, um das G430 robuster zu machen.

Leicht, aber ein wenig unbequem

Mit 360 Gramm haben wir kein Schwergewicht auf dem Kopf, jedoch wirkt das G430 nach einiger Zeit ein wenig ungemütlich. Nicht das man einen Druck auf dem Kopf verspürt, vielmehr die Ohrmuscheln drücken ein wenig und wirken aufgrund seiner Form ein wenig unergonomisch. Es ist nicht unangenehm, aber ich bemerke doch, dass etwas auf meinen Ohren drückt. Obwohl wir hier auch die Möglichkeit haben die Ohrmuscheln zu verdrehen um den perfekten Anliegewinkel zu erreichen. Wiederum positiv ist, dass wir von der Außenwelt komplett abgeschirmt sind und uns voll auf unser Audio Erlebnis konzentrieren können ohne störende Nebengeräusche von außen. Komfortabel ist auch das Handbedienteil, mit dem wir die Lautstärke ändern können, sowie unser Mikrofon stumm schalten können.

Viel Bumms

Soundtechnisch haben wir hier einen Kandidaten der Höhen wie Tiefen sehr sauber wiedergibt, jedoch ein großes Augenmerk auf den Bass legt. So kann dieser schon sehr oft dominieren und übertönt manchmal einige Frequenzen, jedoch wirkt er niemals zu übertrieben. Was wir hier aus den 40 mm Treibern geboten bekommen, überzeugt mich bisher auf ganzer Linie. Besonders interessant ist es am PC, denn wir bekommen eine 7.1 USB Soundkarte zum G430 mitgeliefert, welches wir sonst standardmäßig per Doppelklinke anschließen würden. Der Raumklang hat mich auch absolut überzeugt, ich konnte gut abschätzen aus welchen Richtungen die Töne kamen.


Logitech G 332

Alte Besen kehren gut

Das G 332 von Logitech gleicht von der Form und den Abmessungen dem G430 eins zu eins, jedoch wurden hier andere Farben und Materialien eingesetzt. Die Verarbeitung des Headsets ist wieder komplett aus Kunststoff mit den obligatorischen Metallverstärkungen an den Bügeln. Jedoch hat Logitech die Ohrmuscheln, sowie das Kopfband diesmal mit Kunstleder bezogen. Was mir direkt auffällt, die Polsterung ist um einiges dicker. Genau diese stärkere Polsterung macht das tragen des 280 Gramm schweren Headsets sehr angenehm. Wieder einmal schaffen es die Ohrmuscheln uns perfekt von der Außenwelt abzuschirmen, ohne uns zu sehr einzuengen. Jedoch ist mir direkt ein großer Negativpunkt aufgefallen: die anklappbaren Ohrmuscheln verursachen starke Quietschgeräusche, was ich schon als sehr störend empfand.

Leider nur Stereo aber dafür gut

Aus seinen 50 mm  Treibern bekommt das G 332 leider nur Stereo ausgegeben. Jedoch ist die Tonbanbreite die wir geboten bekommen sehr überzeugend, das Hauptaugenmerk des Soundprofils liegt ein wenig mehr auf den Höhen, Bässe hört man natürlich auch heraus, doch diese haben zu keiner Zeit dominiert und waren zum Teil ein wenig schwach.


Mikrofonvergleich

Razer Kraken X

Logitech G430

Logitech G332

In Sachen Mikrofonqualität liegt für uns das G332 vorne, wenn auch alle 3 nicht vollends überzeugen konnten. Das G332 und Kraken X haben beide ein Grundrauschen während der Aufnahme. Dies ist beim G430 nicht da, auch ist die Stimme beim G430 klarer, jedoch verzerrt und hackt dieses leider immer wieder ab. Die Aufnahme des G430 habe ich 6 mal wiederholt, um einen Fehler auszuschließen, jedoch blieb dieses Problem leider bestehen.


Gegenüberstellung

Hier fasse ich für euch noch einmal alle relevanten Fakten der 3 Kandidaten zusammen und werde zum Teil Punkte vergeben, diese werden am Ende entscheidend dafür sein, welches Headset den Dreikampf für sich entscheiden kann. Drei Punkte sind hier der Bestwert, ergo ist ein Punkt das Minimum.

Razer Kraken X

Logitech G430

Logitech G332

Gewicht

Ca. 250 Gramm ***

Ca. 360 Gramm *

Ca. 280 Gramm **

Preis

Ca. 59 Euro *

Ca. 49 Euro **

Ca. 45 Euro **

Unterstützte Plattformen

PS4, XBOX One, PC, Switch, Mobil **

PS4, PC *

PS4, XBOX One, PC, Switch, Mobil **

Tonqualität

**

***

*

Mikrofonqualität

**

*

***

Tragekomfort

***

*

**

Verarbeitung

**

***

*

Bedienung / Komfort

*

***

**

Soundausgabe

7.1 Virtuell **

7.1 Virtuell **

Stereo *

KabellängeCa. 1,3 Meter *Ca. 3 Meter ***Ca. 2 Meter **

Gesamtwertung

19 *

20 *

18*


Schlussfazit

Jedes der drei Headsets hat seine Vor- sowie Nachteile. Das G430 ist zum Beispiel leider nur eingeschränkt für die Playstation 4 zu empfehlen, denn hier würde man es direkt per mitgelieferten USB Verstärker anschließen, leider ist der Sound dann nur sehr leise. Somit sehe ich das G430 eher geeignet für PC Spieler. Das Razer Kraken X und Logitech G332 teilen sich beide die Vorherrschaft für Konsolenspieler, wobei mich das Razer mehr überzeugt hat. Besonders störend empfand ich auch bei dem G332 das ständige Plastik Quietschen der anlegbaren Ohrmuscheln. So gesehen haben wir leider keinen klaren Sieger, denn das Logitech G430 und Razer Kraken X sind beide ausnahmslos zu empfehlen, nur halt für verschiedene Einsatzgebiete. Im direkten Vergleich hat mich durch seine universellen Einsatzmöglichkeiten trotzdem das Razer Kraken X überzeugt. Abschließend kann ich nur sagen, ich war trotz allem begeistert was uns in dieser Preiskategorie bereits geboten wird.

Marcel Wunnenberg
Groß geworden mit dem Atari 2600. Ein absoluter Fan der Oculus Quest, sowie von Arcade Automaten. Wenn er nicht am zocken ist, schaut er gerne trashige Splatter Filme. Ein Spiel welches nie langweilig wird? DOOM!!!

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