Samstag, Januar 16, 2021

ICBM im Test – wer hat die größte Atombombe?

Wer kann sich noch an den Film Wargames erinnern? Das Kriegsszenario wirkte eher wie ein Videospiel, ein paar Knöpfe drücken und alles passiert auf dem Bildschirm. Die wahren Auswirkungen waren dem Protagonisten nicht bewusst. Das ICBM sich definitiv von Wargames hat inspirieren lassen, lässt sich nicht von der Hand weisen. So befinden wir uns nun an der Schwelle zum dritten Weltkrieg, ein Knopfdruck kann alles entscheiden.

Zum Testen wurde uns freundlicherweise ein Steam Key zur Verfügung gestellt.

Plan Alpha führt zur Weltmacht

ICBM ist auf den Blick ein simples RTS Spiel, welches auf ein aufwändiges Interface und grafische Schönheiten verzichtet. Schonungslos wird uns mit einer Weltkarte sowie stilisierten Einheiten der Kriegsschauplatz aufgezeigt. Was auf den ersten Blick simpel wirkt, hat es trotz alle dem in sich. Es gibt die Möglichkeit sich mit anderen Ländern zu verbünden. Dieses Bündnis kann sogar so weit gehen, dass wir von dem erforschten Technologiebaum des Partners profitieren können, denn während des Spiels gilt es neue Technologien zu erforschen. Diese neuen Technologien ermöglichen dann allerhand neue Einheiten. Die Punktevergabe, welche am Ende über Sieg oder Niederlage entscheidet ist relativ simpel, beschädigt ihr Städte einer anderen Nation, bekommt ihr Punkte. das Spiel ist zu Ende, wenn der Timer abgelaufen ist. Bis dahin solltet ihr genug Punkte gesammelt haben, um zu Gewinnen.

Viel Hektik, oder doch eher Ruhe?

In ICBM kann es schon einmal sehr hektisch zu gehen, sollte sich ein Gegner auf euch eingeschossen haben. So ist es dann an der Tagesordnung, dass im Minutentakt nukleare Marschflugkörper auf eure Städte und Stellungen niederregnen. Um hier nicht den Überblick zu verlieren, wurde seitens des Entwicklers eine Art Pause Modus eingeführt. Geschieht ein bestimmtes Event, wie ein Angriff, schaltet das Spiel Geschehen in den Pause Modus. Man kann in Ruhe sehen, was gerade passiert und wer einen angreift. Diese Funktion ist im Einzelspieler hilfreich, nimmt im Mehrspieler Gefecht aber schnell den Reiz und das Tempo. Daher kann man bei Mehrspieler Partien einstellen, ob dieser Pausen Modus aktiviert ist und wenn ja, wie lange die maximale Pausenzeit sein darf. Eine durchaus gute Lösung, um jedem das Spieltempo zu ermöglichen, was er am meisten mag. Ein Punkt, welcher negativ, wie auch positiv sein kein kann, ist das Ressourcenmanagement. Hier kommt es natürlich auf die Präferenzen des Spielers an, denn so etwas wie Geld, Öl oder Stahl zum bau der Einheiten existiert nicht. Die einzige Ressource ist die Zeit, denn jede Einheit benötigt eine bestimmte Zeit um hergestellt zu werden. Wer eher auf die Gefechte steht in RTS Spielen, wird hier Jubeln, Freunde von Ressourcen- und Micromanagement Systemen werden hier eher in die Röhre schauen.

Erste Runde Mehrspieler und das war es

Nachdem ich ein wenig Zeit im Einzelspieler verbracht hatte, wagte ich mich natürlich auch mal in eine Mehrspieler Partie. Hier geht alles um einiges schneller von statten, überall muss man seine Augen haben und jederzeit auf eine Invasion vorbereitet sein. Trotz des guten Tutorials und einiger Einzelspieler Partien, fühlte ich mich verloren im Mehrspieler Modus. Ich bekam kein Bein auf den Boden, den Eurasien hatte mein kleines Europa fest als Ziel auserkoren. So dauerte es keine 10 Minuten, bis eigentlich alles von mir zerstört war, meine Chance auf den Sieg war so gering, dass ich nur noch die weiße Fahne schwenken konnte. Obwohl mich das Tutorial gut vorbereitete und die Steuerung sehr innovativ ist, wurde mir schnell klar, ich bin einfach noch zu schlecht in diesem Spiel. Trotz allem hat die Partie Spaß gemacht, obgleich es ein wenig entmutigend war, direkt dominiert zu werden. Die Lernkurve ist hoch, kann einen aber auch belohnen, sofern man alle Mechaniken verinnerlicht hat, natürlich bedarf es dann auch noch ein paar gewissen taktischen Finessen, das steht jedoch auf einem anderen Blatt Papier.

Alles in allem ist ICBM ein RTS Game, welches versucht einen globalen Konflikt vereinfacht darzustellen. Es ist schonungslos, aber manchmal auch leider zu Oberflächlich. Da manchmal die Tiefe der Spielmechanik fehlt, jedoch die Lernkurve sehr hoch ist, weiß ich immer noch nicht, welches die richtige Zielgruppe ist. Casual oder Hardcore RTS Gamer? Theoretisch können beide Spaß mit diesem Titel haben. Eine Empfehlung für Fans ohne großes Micromanagement kann ich klar aussprechen, hier geht es schier darum euren Gegner mit klarer Feuerkraft auszuschalten.

Bewertung

Grafik
6
Sound
7
Gameplay
7
Umfang
8
Steuerung
9
Mehrspieler
8
Marcel Wunnenberg
Groß geworden mit dem Atari 2600. Ein absoluter Fan der Oculus Quest, sowie von Arcade Automaten. Wenn er nicht am zocken ist, schaut er gerne trashige Splatter Filme. Ein Spiel welches nie langweilig wird? DOOM!!!

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