Disciples: Liberation im Test – Aufbruch in die finstere Welt von Nevendaar

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Publisher Kalypso Media und Entwickler Frima Studio veröffentlichten am 21. Oktober Disciples: Liberation für Windows-PC, PlayStation 4, PlayStation 5 und Xbox One sowie Xbox Series X|S. Das Dark Fantasy Strategie-RPG gibt Spieler*innen die Möglichkeit, die finstere Welt von Nevendaar zu erkunden. 80 Stunden Gameplay enthüllen dunkle Geheimnisse, decken perfide Verschwörungen auf und führen zu verschiedenen Enden. Ob das Spiel halten kann was es verspricht erfahrt ihr in unserem Test.

Zum Testen wurde uns freundlicherweise ein PS4/PS5-Key zur Verfügung gestellt.

Strategie vom allerfeinsten

Disciples: Liberation ist ein Strategie-Rollenspiel, in dem man in die Rolle von Avyanna schlüpft. Einer Söldnerin, die in einer düsteren Fantasy-Stadt von Job zu Job zieht. Zusammen mit ihrem besten Freund Orion nimmt sie einen Auftrag an der sich als komplizierter erweist, als sie je erwartet hätte. Am Ende werden die beiden in eine geheimnisvolle Dimension geschleudert, wo sie eine Rebellion gegen die Mächte der Finsternis anzetteln. Geführt von einem mysteriösen Schicksal müssen wir Verbündete gewinnen, unser Haus aufbauen und entscheiden, welche Art von Person Avyanna sein soll. Das Spielprinzip dürfte jedem der schon einmal ein Strategie-Rollenspiel gespielt hat, ziemlich vertraut sein. Wir haben verschiedene Einheiten, darunter auch mächtige Begleiter, die wir auf einem Raster über das Schlachtfeld bewegen. Hierbei verwenden wir AP um Aktionen auszuführen, wie unsere Bewegung oder das Verstärken und Abschwächen bis hin zum Angreifen. Das Spiel ist rundenbasiert, wobei die Reihenfolge in der sich die Charaktere bewegen, durch Initiative bestimmt wird. Das klingt alles zwar relativ standardmäßig, aber es gibt ein paar nette kleine Änderungen gegenüber der Standardformel, die es etwas interessanter machen. Zunächst einmal werden die AP nicht durch AP-Punkte sondern durch farbige Kristalle über dem Charakter bestimmt, wobei die verschiedenen Farben angeben, wofür sie verwendet werden können. Blaue Kristalle für die Bewegung, rote für den Angriff und gelbe für Allrounder, die für beides verwendet werden können. Jeder Charaktertyp hat auch spezielle Fähigkeiten die diesen verschiedenen Farben entsprechen, obwohl sie normalerweise innerhalb des oben erwähnten Farbschemas bleiben.

Vertraut aber doch anders

Dieses farbige Kristallsystem lässt Disciples: Liberation durchaus frischer und neuer wirken als andere Mitbewerber. So müssen wir sorgfältig auswählen, wie wir jeden Charakter verwenden, da ihre Fähigkeiten auf dem Schlachtfeld ehrlich gesagt mehr mit ihren AP-Kristallen zu tun haben als damit, wie stark sie sind oder was ihre jeweiligen spezifischen Fähigkeiten sind. So ist zum Beispiel einer der ersten Charaktere, der Schurke Orion, einer der nützlichsten. Das liegt daran, dass er zwei gelbe Kristalle hat, was bedeutet, dass er unglaublich vielseitig ist. Er kann sich zwei Mal bewegen, zwei Mal angreifen oder eben erst das eine, dann das andere. Obendrein hat er die Fähigkeit, sich für ein paar Runden unsichtbar zu machen und einen verheerenden Giftschlag auszuführen, wenn er in diesem Zustand angreift. Er ist eines der besten Beispiele dafür, wie der Kampf im Spiel dich dazu bringt, die dauerhaft damit zu befassen, wie deine Einheiten das Feld kontrollieren können. Die Felder auf denen wir kämpfen, haben alle ein sehr ähnliches Muster von Sechsecken. Sicher, im Laufe des Spiels werden die Layouts etwas abwechslungsreicher, aber sie sind weiterhin “nur” ein Rechteck aus Sechsecken mit verschiedenen Hindernissen. Dies kann war auf der etwas eintönig wirken, vor allem bei einer längeren Gaming Session, jedoch ist dies Jammern auf hohem Niveau. Die kämpfe selbst laufen wie erwartet flüssig über den Bildschirm und spielen sich Butterweich von der Hand.

Das ist noch lange nicht alles

Wie ihr euch denken könnt, hat Disciples: Liberation noch deutlich mehr zu bieten. Sobald wir in der neuen Dimension landen, finden wir ein Schloss und ein perfektes Gebiet für den Bau einer eigenen Basis um die Revolutionsarmee zu beherbergen, die wir aufstellen wollen. Im Laufe des Spiels sammeln wir verschiedene Ressourcen in der Welt, entweder indem wir sie zufällig finden oder indem wir bestimmte Gebäude übernehmen die in regelmäßigen Abständen Ressourcen produzieren. Wir müssen gelegentlich zu dem Stützpunkt zurückreisen, um Gebäude aufzurüsten oder zu bauen, neue Einheiten auszubilden und um unsere Ausrüstung zu verbessern. Das Ganze ist durchaus gelungen in das reguläre Spiel Geschehen eingebunden. Die Belohnungen, die wir für gutes Basismanagement und Ressourcensammeln erhalten, helfen zudem im Kampf. Sie helfen neue Truppen zu rekrutieren, diese auszubilden und bessere Gebäude zu bauen, mit denen wir die Ausrüstung weiter zu verbessern. Darüber hinaus gibt es keine wirkliche Barriere zwischen der Oberwelt und dem Weg zu deiner Basis. Heißt ihr könnt ohne große Ladezeit hier hin und her switchen.

Moralisches Dilemma

Wie wir bereits wissen liegt der Charakter von Avyanna in unserer Hand. Dabei gibt es auf unserer Reise zum Beispiel verschiedene Fraktionen mit denen wir uns verbünden müssen, um Soldaten zu bekommen und Blaupausen zu bauen. Bei diesen Fraktionen handelt es sich dabei um ein menschliches Imperium voller religiöser “Fanatiker” die Menschen verfolgen, eine Gruppe von Elfen die jeden ermorden (sogar Kinder) der ihr Gebiet betritt, Zombies und auch buchstäbliche Dämonen. Keine der Fraktionen ist das was man als Gut bezeichnen würde, aber überraschenderweise ist auch keine von ihnen gänzlich böse. Während wir mit diesen verschiedenen Gruppen interagieren, müssen wir die Entscheidung treffen auf wessen Seite wir stehen wollen. Hierbei wird einem die Entscheidung nicht gerade leicht gemacht und man befindet sich regelrecht in einem moralischen Dilemma.

Düster und dennoch Butterweich 

Disciples: Liberation zieht seine düstere Atmosphäre komplett durch und kann damit so richtig Punkten. Auch die musikalische Untermalung ist bestens abgestimmt und sorgt zugleich dafür, dass ihr voll in das Spielerlebnis abtauchen könnt. Hier können gerne mal Stunden vergehen, die einem wie Minuten vorkommen. Das Gameplay hatte ich bereits oben schon erwähnt möchte aber an dieser Stelle nochmals darauf eingehen. Hier muss man einfach mal die 80 Stunden Gameplay-Zeit huldigen, welche absolut Butterweich von der Hand gehen. Hut ab dem Entwickler Frima Studio sowie dem Publisher Kalypso Media, ihr habt mit Disciples: Liberation ein ganz besonders Strategie-Rollenspiel geschaffen.

Preis

Hier liegt Disciples: Liberation bei der PC-Version bei 39,99€ für die Standart Edition und 49,99€ für Deluxe Edition. Bei den Konsolen-Versionen müsst ihr allerdings mit einem Aufschlag von 10€ rechnen, hier liegen wir bei 49,99€ für die Standart Edition und 59,99€ für Deluxe Edition. Auch wenn das nach eine Menge Holz klingt finden wir den Preis bei dem was wir hier erhalten mehr als gerechtfertigt.

Disciples: Liberation im Test – Aufbruch in die finstere Welt von Nevendaar
Unser Fazit
Disciples: Liberation ist ein rundum gelungener Strategie-Rollenspiel-Titel. Welcher mit einer unterhaltsamen Welt und Charakteren, die eine moralische Komplexität bieten, die man in einem Spiel nicht of zu sehen bekommt glänzen kann. Wer also auf der Suche nach einem Strategie-Rollenspiel ist sollte Disciples: Liberation weit oben auf seinem Zettel haben.
Leserwertung3 Bewertungen
9
Positiv
Innovatives AP System
Moralisches Dilemma
Butterweiches Gameplay
Negativ
KI teilweise vorhersehbar
Gelegentlicher Anstieg des Schwierigkeitsgrads
8.9
Disciples: Liberation im Test - auf in die finstere Welt von Nevendaar
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