Back4Blood im Test – Knietief in Eingeweiden

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Zurück und durstig nach Blut, eine Ansage der Turtle Rock Studios, die seines Zeichens an den Left 4 Dead Titeln beteiligt waren. Da die Lizenzen für die Left 4 Dead Spielereihe aber noch bei Valve sind und man sich schon lange von Valve abgespalten hat, musste ein neuer Name für das Spiel her. Also sind das ähnliche Gameplay sowie die Anspielung des Namens aus Left4Dead kein Zufall. In der Community wird oftmals von Nachfolger der erfolgreichen Left4Dead Reihe gesprochen, das ist nur semi korrekt. Back4Blood versteht sich mehr als ein geistiger Nachfolger, welcher aber auch neue Wege beschreiten möchte, Somit habe ich den Titel in meiner Review komplett unvoreingenommen bewertet, ohne ihn mit Left4Dead zu vergleichen.

Zum Testen wurde uns freundlicherweise PC-Keys zur Verfügung gestellt.

Mit Hindernissen ins Gemetzel

Voller Vorfreude habe ich mir Back4Blood installiert, einen Kumpanen geschnappt und wollte für die Review direkt in die Kampagne abtauchen. Pustekuchen, während der Missionen oder auch nach einem Level fing entweder das Spiel an einzufrieren oder hat sich direkt ohne Fehlermeldung geschlossen. Nach ein wenig Recherche fanden sich einige Möglichkeiten für die Ursache, denn ich stand mit dem Problem nicht alleine da. Allen voran machte wohl die Razer Software Probleme, sofern man Hardware des selbigen Herstellers nutzt, was bei mir nicht der Fall ist. Bei mir lag es schlichtweg an der verwendeten DirectX Version, im Spiel kann man zwischen DX 11 oder 12 wählen. Nachdem ich auf DX11 gewechselt habe, lief alles ohne Probleme und ich konnte endlich meinen Stacheldraht Baseballschläger auspacken. Dass die DirectX Probleme nicht das Ende der Fahnenstange sein sollten, ahnte ich noch nicht, als wir begannen nach einem Spiel zu suchen. Denn wir waren nur zu zweit, somit waren zwei weitere Spieler nötig. Die Suche nach weiteren Mitstreitern dauerte gute 10 Minuten, was wir als arg lang empfanden. In den Steam Diskussionsforen wurde auch vermehrt von langen Wartezeiten berichtet. Nachdem wir nun endlich vollständig waren, ging es aber nun wirklich in das erste Level der Kampagne. Dieses war mir bereits aus der Beta bekannt, sollte also ein Selbstläufer werden. Wieder einmal geirrt, es scheint fast so als wolle Back4Blood mich immer wieder aufs Neue überraschen. Eine Unmenge an Mutatoren Zombies (starke Sondereinheiten) spawnte unwillkürlich vor, sowie hinter uns. Moment, hinter uns? In der Beta tauchten nie Gegner hinter einem auf, wenn man diesen Bereich bereits gesäubert hatte, scheinbar hat sich ein Programmierer von Turtle Rock gedacht, das ändern wir mal. Wir haben das Level zwar geschafft, jedoch artete es immer wieder in Chaos und Stress aus, durch das unwillkürliche Gegner spawnen, wohlgemerkt auf der einfachsten Spielstufe.
Anmeldung der Redaktion, die vermehrte Spawnrate der Mutatoren wurde mittlerweile abgeschwächt.

Back4Blood

Die Effekte wissen zu überzeugen

Du bist ein richtiger Bot!

Der Hauptspielmodus von Back4Blood bildet die schon eingangs erwähnte Mehrspieler Kampagne, es gibt auch eine Einzelspieler Kampagne, welche aber nur bedingt von Bedeutung ist. Im Einzelspieler sind bereits alle Vorteile freigeschaltet, ebenso kann man keine Punkte für kosmetische Gegenstände in ihr sammeln. Somit haben wir uns in der Review hauptsächlich auf die Koop Kampagne konzentriert. Mit bis zu vier Spielern, verteilt auf allen Systemen kann man sich nun in das Abenteuer stürzen, denn Back4Blood unterstützt Crossplay zwischen Playstation, Xbox und PC. Somit dürften sich immer genug Mitspieler finden, wenn auch leider die schon erwähnten Lobby-Suchzeiten lang sind. Sollten zwischenzeitlich Spieler die Kampagne verlassen, so wird die Lobby mit Bots aufgefüllt. Die Bots waren in der Beta leider nicht gerade mit einer cleveren KI gesegnet, stumpfes gegen Wände rennen, keine Reaktion auf Gegner oder Teleportieren über die Map. Im Full Release von Back4Blood sind sie immer noch nicht cleverste Spezies im Spiel, jedoch wurde die KI schon grundlegend verbessert. Seid ihr knapp dran mit Munition, schmeißen die Bots Munition für euch auf den Boden. Ein Feature, welches die Bots nun neu dazu gelernt haben. Die Kampagne, ob nun mit Freunden, Randoms oder Bots verteilt sich über mehrere Akte, welche einer groben Story folgen, jedoch muss ich ganz ehrlich gestehen, die Story hat mich nicht wirklich gepackt. Für mich stand die Action und das Dezimieren der Zombies im Vordergrund. Während der Level sammelt man Punkte, welche für kosmetische Gegenstände oder Vorteilskarten eingesetzt werden können. Denn Back4Blood ist nicht nur ein stumpfer Zombieshooter, es gilt auch Vorteile clever einzusetzen.

Bedeckt von Blut und Eingeweiden

Karten, Knarren und Kills

Die eben erwähnten Vorteilskarten machen einen großen Teil des Spielerlebnisses aus, können sie unseren Charakter, sowie unser Team doch insgeheim stärker machen. Vor einem Spieldurchlauf erstellt man sich ein Deck aus den bereits in unserem Besitz befindlichen Karten. 20 Prozent mehr Munitionskapazität, 10 Prozent mehr Schaden oder ein Extra Leben, die Möglichkeiten sind schier unbegrenzt. Mit diesem Deck und einem der acht “Cleaner” (Die Zombie-Killer in Back4Blood) kann man eine Kampagne starten. Jeder Cleaner besitzt eigene Vorteile und Eigenschaften, sowie eine besondere Startwaffe. Möchte man Back4Blood also effizient spielen, lohnt es sich im Vorfeld das Team mit den Karten und Charakteren aufeinander abzustimmen. Vor jedem Level werden einem vier Karten aus dem erstellten Deck per Zufall angezeigt, es liegt nun an uns eine auszuwählen, welche uns ab jetzt weiterhelfen kann. So baut sich Level für Level euer Inventar mit aktivierten Karten auf. Neben dem wachsenden Karteninventar, gilt es ebenso immer wieder seine Waffe zu verbessern. In der Spielwelt kann man bereits gut modifizierte Waffen finden oder sich seine eigene durch Aufsätze verbessern. Diese Aufsätze sind zum Teil in Kisten zu finden, ebenso kann man diese am Anfang eines Levels kaufen, jedoch sind die Inhalte der Kiste immer zufällig.

Die Auswahl zu Beginn der Runde ist groß

Blut, Zombies und Action

Mit den ganzen Auswahlmöglichkeiten an Waffen, Vorteilskarten sowie Charakteren bietet sich eine grundsolide Kampagne, welche definitiv nicht mit Blut und Splatter-Animationen geizt. Es kommt nicht selten vor, dass unsere Charaktere von oben bis unten mit Blut bespritzt sind. Diesen Umstand kann man den Mitstreitern ansehen, ebenso kann man es auf der eigenen Waffe sehen. Turtle Rock Studios hat scheinbar eine Menge Blut zum Sonderpreis eingekauft und dieses im Spiel untergebracht. Das einmalige Durchspielen der Kampagne nimmt knapp 9 Stunden in Anspruch, womit aber noch nicht alles freigeschaltet wurde. Somit kann man gut und gerne drei Anläufe hierfür rechnen, was mit knapp 25 Stunden zu Buche schlägt. Doch was bleibt nach der Kampagne? Ein Jahrespass ist bereits zum Kauf angeboten, zum Preis von 39,99 € erhält man so Zugriff auf drei weitere erscheinende Erweiterungen. Somit dürfte es mit der Kampagne noch weitergehen, nur eben gegen Bezahlung. Wer keine Lust extra Geld auszugeben, kann sich noch im asymmetrischen Mehrspieler Schwarm-Modus austoben. Hier spielen vier Cleaner gegen vier Mutator-Zombies. Es gilt möglichst lange zu überleben, sobald aber alle vier Cleaner das Zeitliche gesegnet haben, wird gewechselt. Nun müssen die anderen Cleaner die Zeit der vorherigen Runde schlagen, lange Überleben lautet hier die Devise. Klingt simpel, ist es auch, macht aber eine Menge Spaß. Inmitten der Kampagne probierten wir den Schwarm Modus aus und sind direkt hängen geblieben. Es wird also noch etwas geboten, falls man die Kampagne bereits beendet hat. Im Schwarm Modus kann man ebenso Punkte zum Freischalten von Gegenständen sammeln, ganz im Gegensatz zum Einzelspieler.

Wir warten im Schwarm Modus auf unser nächstes Opfer

 

Back4Blood im Test – Knietief in Eingeweiden
Unser Fazit
Back4Blood erfindet das Rad nicht neu. Es gibt viele erfrischende Ideen und eine interessante Kampagne. Wie hoch der Wiederspielwert sein wird, muss sich erst noch zeigen. Der Schwarm Modus ist gut, jedoch finden wir knapp 40 Euro noch für zusätzliche Kampagnen Inhalte sehr happig. Schließlich kostet das Spiel schon alleine knapp 60 Euro. Somit würde man bei 100 Euro landen. Dafür sind nicht genug Innovationen oder Neuerungen in diesem Genre geboten. Nur für den Hardcore Shooter/Splatter Fan zu diesem Preis zu empfehlen. Casual Spieler sollten evtl. auf eine Rabatt Aktion warten.
Leserwertung1 Bewertung
8.5
Positiv
Crossplay
Ausgeklügeltes Vorteilesystem
Dichte Atmosphäre
Schwarm Modus
Negativ
40 Euro Season Pass für mehr Story
Einzelspieler Modus schaltet nichts frei
Lange Lobby-Wartezeiten
7
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